Wuppertal: Dank der EU gibt es kein warmes Essen mehr für Kinder und Obdachlose!
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Wuppertal: Dank der EU gibt es kein warmes Essen mehr für Kinder und Obdachlose!

Die Wuppertaler Tafel kann aktuell kein warmes Essen mehr an Obdachlose und
Einrichtungen für Kinder ausliefern!
Hintergrund ist eine neue Richtlinie der Europäischen Union, die besagt, wer mehr
als ein Drittel seiner warmen Mahlzeiten an andere Einrichtungen liefert, gilt als
Gewerbebetrieb und muss strenge Auflagen erfüllen. Dazu gehören hygienischen
Maßnahmen, Dokumentationen und Eigenkontrolle.
Das bergische Lebensmittelamt hatte bei einer Kontrolle festgestellt, dass die EU-
Richtlinien von der Wuppertaler Tafel nicht eingehalten wird. Danach wurden mehr
als 400 Mahlzeiten nicht nur an Obdachlose, sondern auch an andere sozialen
Einrichtungen geliefert. Darunter auch der Kinderschutzbund. Dies sei mit den
Richtlinien der Europäischen Union nicht zu vereinbaren. Folglich muss die
Wuppertaler Tafel die kostenlose Lieferung des Mittagessens in dieser Woche
aufgrund einer Anweisung des Gesundheitsamtes Wuppertal komplett einstellen.
Das Wuppertaler Gesundheitsamt forderte von der Wuppertaler Tafel die
unverzügliche Umsetzung der bürokratischen sehr kostenintensiven EU-Richtlinie.
Dies macht es der Tafel ab dieser Woche unmöglich, weiterhin zubereitetes warmes
Essen, sowie Essen mit tierischen Inhalten im Stadtgebiet auszufahren. Für
Obdachlose in Wuppertal gibt es deshalb ab dieser Woche nur noch belegte
Brötchen – dank der EU und dank der Wuppertaler Kommunalpolitik.
Hierzu erklärt die stellvertretende PRO NRW-Vorsitzende Katja Engels:
„Es ist schlicht skandalös, dass die Wuppertaler Tafel dank der EU und des
Wuppertaler Gesundheitsamtes kein warmes Essen mehr für Kinder und Obdachlose
ausgeben kann. Die fragwürdige neue Richtlinie der Bürokraten aus Brüssel macht
ein ehrenamtliches Engagement für Sozialschwache unmöglich. Es ist des Weiteren
bezeichnend, dass ausgerechnet der Oberbürgermeister von Wuppertal Andreas
Mucke gerade erst ein Bündnis gegen Armut ausgerufen hat. Und nun sorgt ein
Beschluss des Wuppertaler Gesundheitsamtes dafür, dass vor allem diejenigen, die
es am nötigsten brauchen, durch bürokratische Hürden aus Brüssel zukünftig wieder
hungern müssen. Wie passt das zusammen? PRO NRW fordert das Wuppertaler
Gesundheitsamt auf, die Blockade der Wuppertaler Tafel zu beenden und
sicherzustellen, dass die Wuppertaler Tafel wieder warmes Essen für Kinder und
Obdachlose ausfahren darf.“

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