Landesweit / Donnerstag, 2.September.2010

Windelweich und unfair

Gestern Abend lud Frank Plasberg zu seiner beim WDR produzierten Talkrunde „hart aber fair“ ein. Es ging – endlich stimmt die Quote – um Thilo Sarrazin. Statt einer harten und fairen Diskussion, so der pro-NRW-Vorsitzende Markus Beisicht, sei hier eine politisch korrekte und windelweiche Diskussion herausgekommen, die mit Fairness nichts zu tun habe.

Zwar hatte Thilo Sarrazin bei der gestrigen Sendung „hart aber fair“ einen Mitstreiter, nämlich Professor Arnulf Baring, an seiner Seite, zwar spielte Plasberg das eine oder andere Mal zaghaft den „Advocatus Diaboli“, dafür dokumentierten die anderen Teilnehmer, dass es im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk offenbar gar nicht mehr um Inhalte geht. Denn die Diskutanten Rudolf Dressler, Michel Friedmann und Asli Sevendim sprachen hauptsächlich über ihre eigenen Phantasien, nicht aber über das Buch Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“.

Beisicht zeigte sich verärgert, dass solch einseitigen Sendungen auch noch gebührenfinanziert seien:

pro-NRW-Vorsitzender Rechtsanwalt Markus Beisicht

„Bei den Zuschauerreaktionen musste die Redaktion sogar zugeben, dass auch bei dieser Sendung wieder einmal tiefe Kluft zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung herrscht. Und so etwas müssen wir auch noch mit unseren Gebühren finanzieren. Nicht die Öffentlichkeit ist nämlich empört über die Thesen des SPD-Politikers, sondern diejenigen, die vom Politikbetrieb der Altparteien finanziell abhängig sind.

Dazu gehören nicht nur die Politiker, sondern eben auch Journalisten wie Plasberg oder Sevendim sowie Professor Baring. Der bringt in der Debatte auch das Kunststück fertig, das Totalversagen der Altparteien richtig zu analysieren, um am Ende zu erklären, dass eine Partei rechts von der Union nicht möglich sei. Die Menschen dürfen also hören, dass uns die am Tisch sitzenden Politiker Friedmann (CDU) und Dressler (SPD) in den Ruin treiben, und sollen dann am Ende eben diese Parteien wieder wählen.

Was ist das für eine Diskussionskultur, in der Sarrazin ständig Haltung unterstellt werden, die er nicht einnimmt, oder wenn Beobachtungen verhöhnt werden, die jeder Bürger jeden Tag erleben kann? Viele Muslime im Land entziehen sich der Integration, ihre gewalttätige Kultur ist nicht mit der freiheitlichen Verfassung unseres Landes vereinbar. Wer kann sich ernsthaft wundern, dass im Umfeld einer Religion, die Frauenrechte mit Füßen tritt, die noch in der mittelalterlichen Welt der Fehden lebt, dass in diesem Paralleluniversum Bildungsprobleme heranreifen? Und wann endlich darf man aussprechen, dass man die kulturelle Identität unseres Landes bewahren will, ohne in die Nazi-Schublade gesteckt zu werden?

Diskussionen wie diese bestätigen den Ansatz von pro NRW, mit allen Kräften Gegenöffentlichkeit aufzubauen. Pro NRW TV. experimentiert deshalb inzwischen mit einer eigenen Gesprächsrunde unter dem Titel ‚hart – fair – unzensiert‘. Es wäre erfreulich, wenn in diesem Bereich auch im Umfeld freiheitlicher Medien neue Formen entwickelt werden würden, in denen das, was die Bürger denken, von denjenigen ausgesprochen werden kann, die von Sendungen wie ‚hart aber fair‘ konsequent ausgeschlossen werden.“