Landesweit / Dienstag, 6.Juli.2010

Weitere Rauchverbote beschneiden die Freiheit

Die designierte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft spricht sich nach dem erfolgreichen Volksentscheid in Bayern für die Ausweitung eines Rauchverbotes auch für eine Verbesserung des Nichtraucherschutzes in NRW aus. Der pro-NRW-Politiker und Heilpraktiker Jörg Uckermann hält dies für eines der typischen Ablenkungsmanöver der Altparteien.

Jörg Uckermann

Das Positive ist, dass in Bayern jetzt endlich einmal das Mittel des Volksentscheids Schlagzeilen gemacht hat. Das Negative: Die Kampagne hat jenen das Feld überlassen, denen das Pädagogisieren und Gängeln besonderes Anliegen ist. Die linken Menschheitsbeglücker wissen nämlich immer besonders gut, was für andere „richtig“ ist und was nicht. Und so musste man sich auch nicht wundern, dass die designierte Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, nach dem erfolgreichen Anti-Raucher-Volksentscheid in Bayern gleich die Gunst der Stunde nutzte, um die Forderung des verbesserten „Nichtraucherschutzes“ auch für NRW zu verkünden.

Wenn es nach den Genossen Kraft und Co ginge, dann würde das Rauchverbot in NRW wie in Bayern bald für die gesamte Gastronomie gelten. „Selbstverständlich ist die Gesundheit der Bürger auch ein Anliegen von pro NRW“, erklärte der Heilpraktiker Jörg Uckermann (pro NRW), „aber der Staat hat sich nicht als Vormund gegenüber den Bürgern aufzuspielen. Gesundheitsvorsorge ist die Angelegenheit freier Bürger. Die Politik hat lediglich einen gesundheitspolitischen Rahmen zu stecken. Der Nichtraucherschutz ist aber längst gewährleistet und muss nicht noch weiter ausgeweitet werden. Hier besteht einfach kein Handlungsbedarf.“

Die Bürgerbewegung pro NRW werde sich gegen ein generelles Rauchverbot aussprechen: „Es muss den Wirten überlassen bleiben, ob sie eine Raucherkneipe betreiben wollen oder nicht. Der Gast kann frei entscheiden, ob er sich rauchfrei amüsieren will oder nicht. Es geht nicht, dass alle öffentlichen Lebensbereiche gegängelt und reglementiert werden. Dazu passt übrigens auch nicht, dass Frau Kraft die Bürokratie abbauen will. Denn wer solche strikten Rauchverbote ausspricht, der muss am Ende auch noch zur Überprüfung Rauchverbots-Politessen ausschicken. Als Nächstes wird die Gesundheitspolizei dann wohl über Kölsch-Verbote nachdenken.“

Statt sich immer neue Reglementierungen und Bevormundungen der Bürger auszudenken, so Uckermann, sollte die Politik lieber dafür sorgen, etwa große Lebensmittelkonzerne zu zwingen, unverfälschte und gesunde Nahrungsmittel herzustellen: „Produkttäuschungen, bei denen Käse verkauft wird, der kein Käse ist, Zusatzstoffe benutzt oder genmanipulierte Lebensmittel hergestellt werden; die von der Industrielobby verhinderte Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln – das alles sind viel wichtigere Themen, als die Bekämpfung der letzten Eckkneipen, in denen noch geraucht werden darf.“