Aktuelles / Mittwoch, 11.Juli.2012

Rot-grün marschiert weiter Richtung Einheitsschule

Die Gewerkschaft „lehrer nrw“ befürchtet das schleichende Aus für die Realschulen in NRW. Die Hauptbefürchtung ist, dass sich die neuen „Sekundarschulen“ zu einer Art „Gesamtschule light“ entwickeln wird. „lehrer nrw“ kritisieren die Landesregierung, dass sie den erst letztes Jahr geschlossenen Schulfrieden gezielt unterlaufen würde.

In diesem wurde zwischen der damaligen rot-grünen Minderheitsregierung festgelegt, dass für die nächsten zwölf Jahre keine Reform im Bildungssystem vorgenommen wird.  Zudem ist vereinbart worden, dass der verfassungsrechtliche Schutz der Hauptschule aufgehoben wird und eine neue Schulform, eben jene „Sekundarschule“ eingeführt wird. Bei dieser Form ist es möglich, dass bis zur sechsten Klasse ein gemeinsamer Unterricht stattfindet. Den Kommunen wurde das Recht eingeräumt, über die Schulform vor Ort selbst zu entscheiden.

Und die Lehrer-Gewerkschaft kritisiert nun, dass die Regierung hier einseitig vorgehen würde. Die Kommunen entscheiden sich aus Kostengründen eher für die „Sekundarschulen“, da Haupt- und Realschulen in ihr integriert sind. Dies bedeutet, dass dies eine rein pecuniäre Entscheidung ist. Die Landesregierung unterstütze zudem bei den Personalentscheidungen als erste die 42 „Sekundarschulen“. Nach „lehrer nrw“ wird versucht, auf leisen Sohlen zur Einheitsschule zu gelangen.

Die Bürgerbewegung PRO NRW erinnert in diesem Zusammenhang an ihre mehrfach beschlossenen Grundsätze zum Thema:

Das drei-gliedrige Schulsystem hat sich in den letzten 150 Jahren bewährt. Statt immer neuer Bildungsexperimente einzugehen, sollten lieber die Ausstattung der Schulen verbessert, die Lehrpläne angepasst und die Schulklassen kleiner gestaltet werden.

Durch das bildungspolitische Chaos, was in den letzten Jahren von den etabierten Parteien und verschiedenen Landesregierungen geschaffen wurde, kann man von Deutschland heutzutage weder von einer Bildungsrepublik noch dem „Land der Dichter und Denker“ sprechen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Menschen, die in dem Land weder richtig lesen oder schreiben können, von vier Millionen auf sieben Millionen gestiegen. Dies ist für ein so reiches und weitentwickeltes Land ein Armutszeugnis. Hier muss der Ansatz in der Bildungspolitik liegen. Das Bildungsniveau ist in Deutschland stark verbesserungswürdig.

Wir sprechen uns ganz klar für kleinere und effektivere Schulklassen, für einen prozentuale Begrenzung der nicht muttersprachlich Deutschen in den Klassen sowie für die Stärkung des dreigliedrigen Schulsystems aus.