Aktuelles / Mittwoch, 10.November.2010

pro NRW schärft bildungspolitisches Profil

Der pro-NRW-Bildungsexperte Torsten Lange hat jetzt in einem Interview mit dem Politik-Blog freiheitlich.org Stellung zur aktuellen Bildungspolitik im Land bezogen. Lange ging dabei vor allem auf das Argument der NRW-Landesregierung ein, man müsse Haupt-und Realschulen wegen abnehmender Schülerzahlen zusammenlegen.
Das Problem, so Lange, sei nicht ein allein ein bildungspolitisches:

Torsten Lange, Ex-Bundestagsabgeordneter der Grünen und bildungspolitischer Sprecher der Bürgerbewegung pro NRW

„Die seit 30 Jahren linksgestrickten, in die bürgerliche Mittelschicht eingedrungenen Lebensinhaltperspektiven: Selbstverwirklichung, übersteigerter Individualismus, Spaß- und Eventorientierung, Anstrengungsvermeidung und Verantwortungsabgabe – also auch für Kinder – an staatliche Institutionen haben letztlich zu Strukturen geführt, die bei jungen Menschen in Bezug auf Nachwuchsplanung – neben rein finanziellen Aspekten – primär die Frage aufkommen lassen: ,Was bringt m i r das ?‘ Die Aussicht, das Aufwachsen eigener Kinder verantwortungsvoll zu gestalten und somit aber auch eigene Bedürfnisse eine zeitlang zurückzustellen, wird eher als Belastung denn als Glück empfunden.
Insofern sind es schlechte Zeiten für eine positive demographische Entwicklung in Deutschland. Und auch die dekadente Hoffnung jahrzehntelanger deutscher Bevölkerungspolitik geht inzwischen nicht auf: die Masseneinwanderung von Immigranten aus ,nachwuchsproduktiven‘ Kulturen!“

Trotz zurückgehender Schülerzahlen müsse am bildungspolitisch richtigen  differenzierten Schulwesen festgehalten werden. Als Kernforderungen der pro-NRW-Bildungspolitik nannte Lange gegenüber freiheitlich.org:

„Eine Gesellschaftspolitik, die die Verantwortung für andere wieder in den Fokus rückt; eine Familienpolitik, die es wieder (nicht nur materiell) als lohnenswert erscheinen lässt, Kinder zu haben; eine Schulpolitik, die den Rückgang der Schülerzahlen positiv sieht, weil bei gleich bleibender Lehrerzahl sich die Klassenstärken reduzieren und damit die individuelle Förderung und Betreuung gestärkt wird. Schließlich tritt pro NRW für eine Infrastrukturpolitik ein, welche die Erreichbarkeit der Schule gewährleistet.“

Bildung sei Zukunft, so der Ex-Grünen-Bundestagsabgeordnete Lange, „wenn Familie Zukunft ist“.