Regional / Dienstag, 17.August.2010

Mönchengladbach: Angst vor salafistischen Verfassungsfeinden treibt Bürger auf die Straße

Im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken herrscht Ausnahmezustand. Seitdem bekannt geworden ist, dass die Salafisten um den Konvertiten und islamischen Hassprediger Pierre Vogel ihre „Schule“ von Braunschweig in den beschaulichen Mönchengladbacher Stadtteil verlegen wollen, haben die Eickener Bürger keine ruhige Minute mehr.

Am gestrigen Montagabend sollte eigentlich eine islamkritische Demonstration auf dem Eickener Marktplatz stattfinden, nur war von den Anmeldern weder etwas zu hören noch zu sehen. Allerdings waren gut 300 Eickener Bürger gekommen, um mit den ebenfalls anwesenden Salafisten zu diskutieren. Diese mussten sich einiges anhören und in den Gesprächen wurde deutlich, dass die Eickener Bürger die verfassungsfeindliche Mentalität der Hassprediger klar erkannt haben.

Wer nicht den Disput mit den Salafisten führte, der nahm die Kommunalpolitiker der Altparteien ins Kreuzfeuer, die auch den Weg auf den Eickener Marktplatz gefunden hatten. Bis auf die CDU, die offenbar das Hinterzimmergespräch vorzog, waren so gut wie alle Parteien mit einem Vertreter anwesend und erfuhren den geballten Bürgerzorn. Denn in der medial geführten Diskussion um die Salafistenschule war von den politisch Verantwortlichen in Mönchengladbach bisher keine eindeutige Stellungnahme zu lesen. Die Bürger fühlen sich deshalb berechtigterweise mit ihren nachvollziehbaren Ängsten vor den muslimischen Fundamentalisten allein gelassen. Sie erwarten Antworten, die ihnen die etablierten Parteien wie üblich verweigern.

Auch die Bürgerbewegung pro NRW hatte sich mit einigen Vertretern unter die Menge gemischt, die mit den aufgebrachten Bürgern zahlreiche gute Gespräche führen konnten. Sie sprachen ihnen Mut zu und versicherten die Unterstützung von pro NRW im Einsatz gegen die „Schule“ der Salafisten. Viele Bürger kündigten an, an der von pro NRW am kommenden Freitag um 13Uhr auf dem Eickener Marktplatz veranstalteten Mahnwache gegen das Islamistenzentrum teilnehmen zu wollen.

Abschließend soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch ein Grüppchen unverbesserlicher Linksextremisten auf dem Marktplatz demonstrierte. Offenbar hatte sie die vollmundige Ankündigung einer islamkritischen Demonstration aus dem Bett gelockt. Ihr Protest gegen Rassismus wirkte vor dem Hintergrund der angeregten Bürgerdiskussion dann aber noch lächerlicher als sonst und jeder Eickener wird sicher mit Spannung den Tag erwarten, wenn die Linksextremisten den Salafisten ihr politisches Programm nahe bringen wollen.