Regional / Dienstag, 24.Februar.2015

Leverkusen: Härtester Ladenbesitzer gibt auf

Einbrecher begrüßte Wolfgang Greiss hinter seinem Tresen mit gezückter Waffe und Schlagstock. Er ist in den letzten 25 Jahren insgesamt 45 mal überfallen worden. In seiner Not hatte Wolfgang Greiss aufgerüstet. Er hatte eine Schreckschusspistole, einen Schlagstock und ein Kampfmesser immer griffbereit liegen.

In der Vergangenheit hat er diese Waffen auch eingesetzt. Er erklärte gegenüber der BILD-Zeitung: „Fünfmal habe ich auf Ganoven geschossen, mehrere Male mit dem Gummiknüppel zugeschlagen“. Glimpflich sind seine Verteidigungsaktionen nicht immer verlaufen. Eine große Narbe am Bauch verdankt er zwei Einbrechern, die eine nicht mal sonderlich teure Kamera mitnehmen wollten.

Auch bei einem Raub in seinem Fotogeschäft im April 2011 wurde er durch ein Messer schwer verletzt. Er erlitt einen Darmriss und verbrachte sechs Monate in der Klinik. In Wiesdorf fühlte er sich völlig schutzlos. Er erklärt: Es wird immer schlimmer, besonders seit es die City-Streife nicht mehr gibt. Nun hat er aufgegeben. In der vergangenen Woche hatten ihn zwei Typen um die 20 niedergeknüppelt. Sie wollten Taschenlampen klauen. Eine Anzeige hat er nicht erstattet, denn der Leverkusener Polizei vertraut er schon lange nicht mehr.

Nun gibt er sein Ladenlokal auf. Der letzte Überfall war ein Überfall zu viel. PRO NRW hat großen Respekt vor Wolfgang Greiss und bedauert seine Aufgabe außerordentlich. Es kann nicht länger hingenommen werden, dass sich in Leverkusen rechtsfreie Räume bilden und Ladenbesitzer schutzlos gemeingefährlichen Kriminellen mit und ohne Migrationshintergrund ausgeliefert sind.

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