Aktuelles / Mittwoch, 4.April.2012

Köln: Evangelische Kirche boykottiert Seniorenvertretung

Die evangelische Kirche, deren Zeitgeisthörigkeit mittlerweile schon den Grad der Selbstverleugnung erreicht hat, scheint nun auch einen Beitrag ganz eigener Art für den nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf leisten zu wollen. In Lindweiler im Kölner Norden, wo die evangelische Kirche den so genannten „Lindweiler Treff“ unterhält, fand am heutigen Vormittag eine eigentlich lapidare Veranstaltung statt. Es ging um die Bepflanzung eines Hochbeets, zu der auch die Seniorenvertretung Chorweiler eingeladen war.

Als Vertreterin der Seniorenvertretung wurde Christel Tank gebeten, an der Veranstaltung teilzunehmen. Das gefiel Katja Neumann, der Leiterin des „Lindweiler Treff“, überhaupt nicht und sie verwies Christel Tank der Veranstaltung. Nach eigener Angabe von Frau Neumann wünschte sie eine Anwesenheit von Frau Tank nicht, weil diese Mitglied der freiheitlichen Oppositionspartei PRO KÖLN ist. Dass die Seniorenvertretung überparteilich und jegliche Parteizugehörigkeit damit unerheblich ist, war Frau Neumann offensichtlich egal. Und auch die Tatsache, dass es sich bei Christel Tank um eine demokratisch gewählte Vertreterin der Senioren des Kölner Nordens handelt, die auf Anhieb den Einzug in die Seniorenvertretung schaffte, schien Frau Neumann nicht zu interessieren.

Christel Tank

„Die Boykottierung der Arbeit der Seniorenvertretung durch die evangelische Kirche aufgrund parteipolitischer Empfindlichkeiten ist ein Skandal, der seinesgleichen sucht.“, erklärt Christel Tank entrüstet und äußert weiter: „Natürlich werden wir rechtliche Schritte gegen Frau Neumann und die evangelische Kirche als Träger des ‚Lindweiler Treffs’ prüfen. Es kann nicht sein, dass unsere Arbeit für die Senioren des Kölner Nordens durch eine zeitgeisthörige Kirchenfunktionärin behindert wird. Das ist ein infamer Anschlag auf die Unabhängigkeit unseres frei gewählten Gremiums und die Demokratie. Sollten Infragestellungen solcher Art bei der evangelischen Kirche nun zum guten Ton gehören, ist jedem dortigen Mitglied zu einem Austritt zu raten.“