Aktuelles / Montag, 24.April.2017

Interview mit dem PRO-NRW-Parteivorsitzenden Markus Beisicht zur Zukunftsfähigkeit freiheitlicher Politik jenseits von Gauland, Pretzell und Co.

Herr Beisicht, ein ehemaliger langjähriger Mitstreiter von Ihnen sieht in dem AfD-Parteitag von Köln ein historisches patriotisches Aufbruchssignal, teilen Sie diese Einschätzung?

Ich bin da weitaus weniger optimistisch und sehe die Lage differenzierter. Der AfD-Parteitag von Köln war jedenfalls ein Desaster für die mit der Antifa verbündeten Kirchenvertreter, Altparteien, Gewerkschaften, Lokalmedien und Karnevalsfunktionäre. Statt der angekündigten 50.000 Demonstranten gegen Rechts konnte man – wohlwollend geschätzt – gerade einmal 5.000 teilweise gewaltbereite Menschen zu den Protestkundgebungen aktivieren. Es ist auf Dauer auch sicher nicht hinnehmbar, daß über 4.000 Polizisten einen Parteitag vor latent gewaltbereiten Linksextremisten schützen müssen. Jämmerlich war auch das Auftreten diverser Kirchenfunktionäre. Mit ihrer Beteiligung an der Ausgrenzung und gesellschaftlichen Ächtung Andersdenkender haben sie sich zum wiederholten Male einen Bärendienst erwiesen. Bei einem Oberhirten wie Woelki muß man sich über massenhafte Kirchenaustritte und leeren Kirchen nicht mehr wundern. Im übrigen haben die Linken und die Medien zwei Tage lang trefflich Wahlkampf für Pretzell und Co. gemacht. Trotzdem darf man die Realität nicht ignorieren. In Schleswig-Holstein liegt die zukünftige Regierungspartei AfD bei knapp 5 % – bei fallender Tendenz – und in NRW ist die FDP locker an der vermeintlichen Alternative vorbeigezogen. Die NRW-AfD hat sich nach dem Parteitag vom Kurs der Bundespartei scharf distanziert und sucht stattdessen den Anschluß an die Laschet-CDU. Ein patriotisches Aufbruchssignal sieht sicher anders aus.

Beisicht sagtSie glauben also nach wie vor an die Zukunftsfähigkeit freiheitlicher Politik jenseits der AfD?

Ich kann nur für PRO NRW reden. Wir treten aus guten Gründen zur Landtagswahl in NRW nicht an und haben auch unter Zurückstellung von Bedenken eine Wahlempfehlung zugunsten der AfD ausgesprochen. Diese ist jetzt am Zug und man muß sehen, welches Wahlergebnis Pretzell und Co. letztendlich erzielen und was die Truppe dann im nordrhein-westfälischen Landtag veranstaltet. Wenn wir unsere Partei zusammenhalten und das für uns schwierige Jahr 2017 einigermaßen schadlos überstehen, dann können wir mit Selbstbewußtsein die NRW-Kommunalwahlen 2020 in Angriff nehmen. Ich bin mittlerweile wieder bezüglich unserer Perspektiven um einiges optimistischer als noch vor einigen Monaten. Zumal wir selbstverständlich zum Schulterschluß mit allen politikfähigen Patrioten im Lande bereit sind. Es gilt nun, PRO NRW als geschlossenes, gerade nicht zerstrittenes freiheitliches Original zu stärken.

Die PRO-Parteien und andere noch verbliebene rechte Segmente schafften es in der Vergangenheit noch nicht einmal bei sich selbst für eine Bündelung der Kräfte zu sorgen, wie können Sie da hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit von PRO NRW so optimistisch sein?

Voraussetzung für ein politisches Überleben der PRO-Parteien ist eine Bündelung der noch vorhandenen Strukturen und aller handlungsfähigen Kräften unter Zurückstellung persönlicher Animositäten. PRO NRW ist dazu bereit. Wir schauen nicht primär auf die AfD, sondern wir bereiten schon jetzt diverse islamkritische Kampagnen vor und wir werden auch bei der Duisburger OB-Wahl zeigen, daß in NRW nach wie vor ein ausreichendes Wählerpotential für unsere Partei vorhanden ist. Wer PRO NRW vorschnell aufgibt, der wird noch manch eine Überraschung erleben!

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