Aktuelles / Freitag, 17.September.2010

Gelsenkirchen: Pro-NRW-Fraktion nimmt Stellung zum Schulentwicklungsplan

Im Januar 2010 kam das „Gutachten zur Schulentwicklung“ der Stadt Gelsenkirchen, der Schulentwicklungsplan heraus, der in den parlamentarischen Gremien der Stadt diskutiert wird. Die Fraktion pro NRW hat sich intensiv mit dem Bericht auseinandergesetzt, da dieser Bericht viele Informationen erhält, die genau geprüft werden mussten.

Was hier zunächst einmal als reines Zahlenmaterial zur Verfügung steht, das ist eine Art Sarrazin für Gelsenkirchen: unangenehme Zahlen, die von den Altparteien sicher nur ungern an die Öffentlichkeit gebracht werden. Nicht nur, weil man diese Zahlen politisch zu verantworten hat – denn nur unter dem Aspekt der kommunalen, landes- und bundespolitischen Verantwortung sind solche Entwicklungen zu begreifen – sondern vor allem auch, weil man bis heute keine Antworten auf diese Entwicklung hat.

Im Falle Sarrazin denunzierte man den Überbringer schlechter Nachrichten einfach. Im Falle des Gutachtens zur Schulentwicklung werden die Altparteien alles dafür tun, um die Arbeitsergebnisse nicht allzu publik zu machen.

Das Gutachten ist unterteilt in ein Kapitel, das die „Demografischen Entwicklungslinien“ nachzeichnet, eines, das die „Schulischen Entwicklungslinien“ thematisiert. Schließlich geht es um die „Entwicklungslinien der einzelnen Schulen“, um „Entwicklungsperspektiven“ sowie die „Berufskollegs“. Zusammenfassend kann man sagen, dass dieser faktenreiche Bericht in großen Zügen auf lokaler Ebene das bestätigt, was Thilo Sarrazin in seinem viel diskutierten Buch „Deutschland schafft sich ab“ herausgefunden hat: Wir werden gesamtgesellschaftlich immer dümmer.

Die Migration ist eines jener Problemfelder, die zwar immer wieder tabuisiert werden, die aber gleichzeitig einen Schlüssel zur Lösung der katastrophalen Entwicklung darstellen. Auch Gelsenkirchen vergreist. Fast jeder zweite Bürger unserer Stadt ist älter als 45. Wie es in der Studie so schön heißt, gehören die Mitte Vierzigjährigen in einer „Globalisierten Gesellschaft“ bereits zu den Alten. Selbst wenn man aber dieser etwas Interpretation nicht folgen mag, die sich bei einer immer höheren Lebenserwartung als merkwürdig ausnimmt, so stimmt allein nachdenklich, dass nur noch rund 9 % der Gelsenkirchener unter zehn Jahre sind. Über 20 % sind dagegen 65 und älter. Die Zahl der schulpflichtigen Kinder sinkt dramatisch.

Was man Thilo Sarrazin noch als spekulativ angelastet hat, zeigt sich auch in der vorliegenden Studie: Die Bevölkerungszahl in der Stadt wird stark sinken. Im Jahr 2038 werden nur noch knapp 190.000 Menschen in Gelsenkirchen leben. In den Schulen zeichnet sich eine immer stärkere Entfremdung der zukünftigen Bevölkerung von der autochtonen Kultur ab. Über 50 % der Aufnahmen an den Bildungsstätten fielen auf Jungen und Mädchen, die in der Statistik als ausländisch deklariert wurden. Damit wären Fälle der inzwischen üblichen Turbo-Staatsbürgerschaftsaufnahme noch nicht einmal in dieser Statistik enthalten. Hauptschule und Gesamtschule werden so zur Restschule bildungsferner Schichten, das Gymnasium wird durch die Möglichkeit zur Wahlfreiheit und durch die Propagierung des Abiturs als einzig möglichen Schulabschluss – frei nach der 68er-Forderung „Abitur für alle“ – als Institution der Elitebildung kontinuierlich zerstört.

Der Migrantenanteil in Förderschulen liegt schon jetzt bei knapp 50 %. Wenn in den Empfehlungen des Schulentwicklungsplanes darauf hingewiesen wird, dass das Gymnasium nicht mehr nur allein eine Schule für Minderheiten sei – und dies wird mit begrüßendem Unterton erwähnt –, so kann vonseiten der Bürgerbewegung pro NRW nur festgestellt werden, dass diese Entwicklung Kern des bildungspolitischen Problems darstellt, der sich auch in Gelsenkirchen zeigt. Die Verteilung der zum großen Teil angeborenen Begabungen liegt nach der Gaußschen-Verteilungskurve eben so, dass ausgeprägte intellektuelle Begabungen nicht die Mehrheit ausmachen. Insofern möchte pro NRW den Exklusivitätsstatus des Gymnasiums wieder in den Vordergrund rücken. Diese Exklusivität hat in Deutschland für den wirtschaftlichen Aufbau nach dem Krieg wesentliche Voraussetzungen geschaffen. Selbst in der DDR wurde leistungsmäßige Auslese betrieben. Der Kampf gegen das Gymnasium ist Teil eines ideologisch verquasten Gleichheitsbegriffs, den pro NRW als freiheitliche Partei ablehnt.

Da die Stadt nicht direkt steuernd eingreifen kann, empfiehlt die Bürgerbewegung pro NRW eine Aufklärung der Elternschaft über die Risiken dieser Quasi-Einheitsschule, die von unabhängigen Gutachtern längst festgestellt worden ist, deren Verbreitung aber nicht ins politische Kalkül passt. Statt der Auflösung der Hauptschulen plädiert pro NRW hier für eine Stärkung dieses Schulzweiges. Alle Möglichkeiten der Sanktionierung von Schulverweigerern oder Familien, die durch ihr passives oder ablehnendes Verhalten dies begünstigen, müssen sanktioniert werden. Dazu gehört, auch wenn es politisch nicht korrekt ist, die Sanktionierung muslimischer Eltern, die mit ihrem passiven Widerstand einen religiösen Krieg gegen unser freiheitlich verfasstes Gemeinwesen führen.

Statt Schulen zu schließen, sollte lieber über die Zusammenlegung von Klassenstufen nachgedacht werden. Eine Antwort auf die katastrophale demografische Entwicklung muss die Verbesserung der Lebensbedingungen in unserer Stadt sein. Aber auch, und auch das wird man nicht gern hören, die Verbesserung des Lebensschutzes. So lange noch derartig viele Kinder aus sozialen Gründen abgetrieben werden, darf man sich nicht über ausbleibende Schülergenerationen wundern. Jegliche Zielsetzung in Richtung Einheitsschule muss aus unserer Sicht unterbleiben. Hier werden keine Probleme gelöst, sondern welche geschaffen.

Schließlich muss man am Ende eines solchen schulpolitischen Berichts feststellen, dass die Kommune natürlich das letzte Glied einer Kette des Versagens ist. Für den hohen Migrantenanteil an den Schulen kann die kommunale Politik nicht allein in die Haftung genommen werden. Ebenso nicht für ein Sozialsystem, das die Leistungsbereitschaft bildungsferner Schichten lähmt. Das alles ist bei Thilo Sarrazin nachzulesen. D.h. hier zeigt sich in aller Deutlichkeit das Versagen der verbrauchten Altparteien auf Kosten der Kinder und Gesellschaft. Was man aber tun kann, das ist das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es mit dieser Politik nicht mehr weitergeht. Wir laufen nicht nur auf einen schulpolitischen Kollaps heraus sondern auf einen gesamtgesellschaftlichen Kollaps. Und der wird in den Städten beginnen. Der vorliegende Bericht zeigt diese Entwicklung deutlich auf.