Aktuelles / Freitag, 22.Oktober.2010

Der Letzte macht das Licht aus

Dass Andreas Pinkwart der Nachfolger eines Jürgen Möllemanns sein soll, das hat man in den letzten Jahren fast schon verdrängt. Auf der einen Seite ein Politiker, der polarisiert hat und die Parteienlandschaft in Deutschland aufmischen konnte, und auf der anderen Seite die professorale Langeweile eines Politikers, der in den Jahren nicht bemerkt hat, dass Politik keine Betriebswirtschaft ist.

Bei den Liberalen in NRW, einst Stammland der FDP, gehen nun die Lichter aus. In Umfragen liegt sie bei 3 %. Und selbst Pinkwart scheint den Untergang nicht mehr ertragen zu können. Wie es jetzt heißt, ist er von allen politischen Ämtern zurückgetreten und will künftig wieder als Professor für Betriebswirtschaft an der Handelshochschule weitermachen.

Pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener

Pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener sieht den Niedergang der FDP als Chance für seine Partei. Nach Ansicht des Politologen habe die FDP in Nordrhein-Westfalen ihren ehemals wichtigsten nationalliberalen Verband in die politische Beliebigkeit geführt:

„Nordrhein-Westfalen, das war für die längste Zeit der Bundesrepublik ein Land, in dem nationalliberale Traditionen parteipolitisch fest verankert waren. Spätestens nach dem Tod Jürgen Möllemanns ist dieser FDP-Verband aber zur völligen politischen Beliebigkeit degeneriert. Die FDP jedoch in ihrer linksliberalen Ausprägung ist überflüssig. Dieses Klientel bedienen heute die Grünen.

Pro NRW tritt deshalb in NRW das patriotische Erbe der liberalen Bewegung gerne an. Patriotismus und Freiheit, dieses Begriffspaar gehört für unsere Bürgerbewegung untrennbar zusammen. Mit der Auflösung der FDP ist schließlich deutlich geworden, dass diese positiven bürgerschaftlichen Traditionen im Landtag nicht mehr vertreten werden. Wir werden uns zukünftig noch stärker in diesem Sinne politisch positionieren. Dass in die Zeit der FDP-Auflösung unsere Kooperation mit der freiheitlichen FPÖ fällt, gibt der Sache noch einen symbolischen Charakter.

Pro NRW wird die FPÖ in NRW und bald in ganz Deutschland sein. Herrn Pinkwart wird, wie die gesamte FDP, niemand vermissen.“