Regional / Donnerstag, 9.Juli.2015

Bochum: Stadt plant Asylunterkunft auf Friedhof

In der Asylpolitik in unserem Land war man ja schon vieles gewohnt. Was die Stadtverwaltung Bochum allerdings nun plant, hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Der Rat der Stadt Bochum hat beschlossen, die ungenutzte Grünfläche des Friedhofs Weitmar für die Aufstellung von Wohncontainern zur Unterbringung von Asylbewerbern zu prüfen. Ein Vorgang, der nicht nur die Friedhofsbetreiber und direkten Anwohner fassungslos macht!

Vor einigen Tagen haben die Vermessungsarbeiten auf dem Friedhof, der 600 Gräber besitzt, begonnen. Auf der geplanten Fläche müssen neben den Vermessungsarbeiten auch noch Fällarbeiten an Bäumen durchgeführt werden. Einen vergleichbaren Vorgang hat es in einer deutschen Stadt noch nicht gegeben.

Laut Stadtverwaltung ist dieser Schritt allerdings notwendig, da in Bochum die Kapazitätsgrenzen erreicht sind und man händeringend nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten sucht. Neben der geplanten Unterkunft auf dem Friedhof Weitmar sind folgende Unterkünfte geplant:

  • Umnutzung der Schulen Ruhrstraße 30, Elisabethstraße 2 und Lewackerstraße 47
  • Sanierung der Unterkunft in der Emilstraße
  • Errichtung von Wohngebäuden an der Krachtstraße und Brantropstraße
  • Errichtung von Wohncontainern an der Kemnader Straße und Hattinger Straße/Schlossstraße, Gewerbepark Hiltrop oder am Bövinghauser Hellweg
  • das ehemalige Gebäude der Bereitschaftspolizei am Gersteinring
  • Anmietung des ehemaligen Priesterseminars (Kollegstraße) vom Akademischen Förderungswerk

Der Beschluss des Rates der Stadt Bochum zur Nutzung der genannten Objekte ist mit den Stimmen von SPD, Grünen, Linken, UWG/FDP und den Ratsmitgliedern Kotalla, Kasper und Lücking zustande gekommen.

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