Aktuelles / Dienstag, 5.März.2013

Aachen: Ratsbürgerentscheid zur Campusbahn am 10. März

Die Aachener Grünen machen sich Sorgen, dass die Bürgermehrheit sich gegen das Größenwahn-Projekt „Campusbahn“ aussprechen könnte.
Auf sämtlichen Meinungskanälen seien überwiegend Gegner des 240 Millionen Projekts unterwegs. Die Aachener Pro-NRW-Unterstützer hatten sich von Anfang an mit klarer Mehrheit gegen das „Fiasko- Projekt“ ausgesprochen und hierfür Zustimmung aus der Bevölkerung erhalten. Jetzt steuern die „grünen Antidemokraten“ dagegen. Dekadenz, Prominenz, Bürgertäuschung, Propaganda: Jedes Mittel ist den Grünen recht.

Näheres erfährt der mündige Bürger hierzu aus dem Lokalteil der Aachener Nachrichten. Überwiegend negative Leserbriefkommentare wurden geschrieben und sogar veröffentlicht. Der Grünen- Fraktionsgeschäftsführer, Helmut Ludwig, reagierte sofort. In einer Rundmail an 300 Grünen- Mitglieder und „grüne Freunde“ forderte er diese auf, öffentlich aktiv zu werden.

Die gefühlte, öffentliche Meinung soll und darf sich in Aachen nicht weiterhin negativ festsetzen. Ludwigs Plan: Positive Leserbriefe schreiben. Wer hierzu nicht in der Lage ist, dem kann über das grüne Fraktionsbüro bei Formulierungen geholfen werden.

Wer aber selbst mit fremder Hilfe nicht schreiben kann, dem hilft das grüne Politbüro auch:

„Teilt Herrn Ludwig Euren Namen mit und der wird für Euch Leserbriefe schreiben!“

Es kam, wie es kommen musste. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Die intelligenten Empfänger des Rundschreibens waren mehr als irritiert und Ideenschöpfer Ludwig ruderte mit einer sofortigen Klarstellung zurück, schneller als ihm lieb war: „Wir schreiben keine Leserbriefe und schicken auch keine unter falschem Namen ab.

Nun setzt man auf „grüne Prominenz“: Reiner Priggen (Fraktionsvorsitzender der „Grünen-Landtagsfraktion“) und Thomas Griese, stellv. Städteregionsrat, haben sich unter die Schar prominenter Schreiber gemischt.

Die ehemalige Volkspartei „Die Grünen“ hat übrigens auch einen neuen Kreisvorstand gewählt. Die gewählte Vorsitzende, Frau Herlitzius, fühlt sich im Kreis ihrer neuen Vorstandsmitglieder sehr wohl. Hatte man doch als recht junger Verband nach dem Zusammenschluss von Kreis und Stadt darauf geachtet, den Kreisverband möglichst prominent zu besetzen. Es scheint also nicht nur so: Die Aachener Grünen haben sich von der Basis und der normalen Aachener Bevölkerung weit entfernt. Teilhabe am Vorstand ist für „Normalos“ nicht erreichbar. Der Promi- Club bestimmt, wer am grünen Politspiel teilnehmen darf.

Egal: Am nächsten Sonntag wird gewählt. Und obwohl man mit Hilfe der Medien und Steuerzahlergeld eine unglaubliche Propagandamaschinerie „Pro Campusbahn“ in Gang setzte (sogar ein Stadtbahnwaggon aus dem Rhein- Sieg- Kreis wurde zwecks Bewunderung und Probesitzen nach Aachen gekarrt), dürfte das Abstimmergebnis der Bürger/-innen auch im Sinne einer Abrechnung und Ablehnung gegenüber grüner Dekadenz, grüner Prominenz und grüner Bürgertäuschung zu verstehen sein.

Die Anhänger von Pro NRW haben den Sekt bereits kaltgestellt: Das Wahnprojekt wird scheitern. So wird die Campusbahn zur Schampusbahn. Ein Prosit auf den klaren Menschenverstand. Aachener Bürger/-innen lassen sich nicht für dumm verkaufen!