Regional / Montag, 7.September.2015

Leverkusen: Offener Brief eines Wutbürgers

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Buchhorn,
sehr geehrte Damen und Herren zur Kenntnisnahme,

seit einigen Wochen sieht man wieder Ihre Wahlwerbetafeln in den Straßen von Leverkusen, die ganzen Jahre davor hat man von Ihnen kaum etwas wahrgenommen und die Stadt Leverkusen gammelt völlig verlottert vor sich hin. Wir hatten Sie beim vorigen Mal eigentlich gewählt, damit Sie etwas verändern, verbessern und für unsere Stadt Leverkusen tun, aber nach der Wahl haben wir nichts mehr von Ihnen gehört.

1.) So viele zentrale Straßen in Leverkusen sind kaputt und wurden in den vergangenen Jahren einfach liegengelassen, besonders auf dem Europaring (z.B. 100m vor der Ausfahrt zum Kino knallt man mit den Rädern über Kämme und Bodenwellen), dann vor allem die schon seit vielen Jahren nicht ausgebesserte Fixheider Str. Dort hat man viele Schlaglöcher so schlecht ausgebessert, dass gefährliche Erhöhungen entstanden sind, auf die die Reifen aufschlagen und (besonders vor und in der Ausfahrt Opladen) befinden sich dort lange tiefe Risse. Dann hat man in der Bismarkstr. kurz vor der Rathenaustr. ein meterlanges Stück Straße ausgehoben und nur sehr dürftig wieder verschlossen, so dass auch hier ein großer Höhenunterschied besteht, genauso am Ende der Str. Am Neuenhof zur Stelzenbrücke hin. Und so werden in ganz Leverkusen so viele Baustellenaushebungen, Schlaglöcher einfach liegengelassen und es sinken auch viele Kanaldeckel in der ganzen Stadt immer mehr ab (wie z.B. in der Quettinger Str. oder z.B. Hardenbergstr./Windhorststr.).

2.) Leverkusen hat ein ernstes Rattenproblem. Sowohl der Bahnhof Leverkusen Mitte als auch der Beginn der Fußgängerzone an der Rialtobrücke und der Busbahnhof sind völlig mit Ratten verseucht, weil die City einfach zu wenig von Müll und Nahrungsresten gereinigt wird und die Mülleimer den ganzen Tag lang übervoll in der City stehen. Es genügt nicht, sie einmal am Tag zu leeren! Im Dunkeln kann man dann beobachten, wie die Ratten von unten meterhoch in die Mülleimer springen oder sich z.B. auf Gleis 5 vom Gestrüpp über den Schallschutzwänden von oben in die Mülleimer fallen lassen. Da reicht es nicht, einzelne Giftbehälter auszulegen, da müssen Kammerjäger kommen. Was sollen den Lodon, Paris oder Berlin sagen, wo man keine einzige Ratte in der Metro sehen kann. Das ist dermaßen peinlich und gesundheitlich gefährlich, wenn eine kleinere Stadt wie Leverkusen das nicht in den Griff bekommt. Auch am Küchenausgang der Wacht am Rhein in den großen Abfallbehältern springen die Ratten herum.

3.) Der Unfallschwerpunkt an der jahrelangen Schläferbaustelle A1 vor der Abfahrt Richtung A3 Oberhausen/Frankfurt muss dringend überarbeitet werden. Hier sind schon seit Jahren ohne ersichtlichen Grund mehrere Spuren gesperrt, die Autos auf der A1, die auf die A3 abfahren wollen stauen sich kilometerlang und es entstehen dort, wie gestern erst, immer wieder viele schreckliche Unfälle, so dass hier dringend blinkende Warnlampen und neongelbe Tafeln angebracht sind.

4.) Das Problem des Waldes „Bürgerbusch“. Dieser Wald vergammelt immer mehr: Der mit dem Namen „Hauptweg“ und auch der über die Autobahnbrücke führende Waldweg ist besonders bei Regen bald nicht mehr befahrbar, weil die vielen schweren Wald-Fahrzeuge dort tiefe Löcher und Spuren hinterlassen. Außerdem werden immer wieder Bäume auch in Naturschutzgebieten gerodet und die gefällten Stämme, Äste und Zweige wie am Ende des Hauptweges (zum Kleinheider Weg hin) einfach liegen gelassen. Dabei machen die schweren Sattelschlepper die Waldwege immer mehr kaputt, so dass es nichts nützt, dort einmal in fünf Jahren Kies hinzukippen. Der Wald macht einen ganz elendigen verlotterten Eindruck und die bestehenden Naturschutzgebiete müssten als letzte grüne Lunge Leverkusens viel mehr geschützt werden. Auch müssten die vielen Hundehalter, die ihre Hunde ohne Leine dort laufen lassen und die teilweise die Spaziergänger anfallen, viel mehr kontrolliert werden.

5.) Die Problematik der (geplanten) unkoordinierten Flüchtlingsverteilung in Leverkusen. Wir als Bürger Leverkusens haben Sie als Oberbürgermeister für Leverkusen gewählt, d.h. Sie sollen im Namen des Volkes regieren, -das sind wir-, und nicht über unseren Kopf hinweg die Stadt völlig mit Flüchtlingen übefüllen, was eine kleinere Stadt wie Leverkusen von ihrer Kapazität überhaupt nicht fassen kann. Wir als Bürger sprechen uns hiermit entschieden gegen die zu große Anzahl von 1000 Flüchtlingen im Jahr nur für Leverkusen und gegen eine Verteilung von Flüchtlingen z.B. in die Außenbezirke Lützenkirchen, Schlebusch, Waldsiedlung, Fette Henne etc. aus. Denn wie wollen Sie die dort wohnenden Bürger (auch die Frauen) gegenüber Einbrüchen, Plünderungen und vor allem ansteckenden Krankheiten schützen? Erhält jedes Lager eine mobile Polizeiwache und eine ärztliche Krankenstation, an die sich jeder Flüchtling und Einwohner gleichermaßen wenden kann? Es gibt so viele freie Flächen (z.B. am Rhein hinter dem Kreuz Leverkusen West oder auch z.B. zwischen dem Schwimmbad Calevornia und der Realschule am Stadtpark), da muss man Flüchtlinge und Bewohner nicht in die Außenbezirke ´zwangsintegrieren´. Warum werden die Flüchtlinge außerdem von Ihnen gewzungen, monate- und jahrelang untätig herumzusitzen, weil Sie Ihnen keine Arbeitserlaubnis erteilen: das ist doch menschenunwürdig, anstatt dass die kräftigen und gesunden Flüchtlinge ihren Dank für unsere Aufnahme in entsprechenden Arbeiten, z.B. zur Ausbesserung der Stadt, Ausdruck verleihen dürfen? 100 € als Geschenk für jeden Flüchtling ist ein Schlag ins Gesicht für jeden deutschen Langzeitarbeitslosen, dem Sie sein Einkommen kürzen, wenn er noch einen Minijob annehmen will.

Wir haben nichts gegen wirklich bedrohte, ehrlich um Asyl suchende Flüchtlinge, und ihr Schicksal geht uns nahe, aber wir wehren uns gegen eine Zwangsintegration, die völlig ohne die Zustimmung der Bürger Leverkusens, in deren Namen Sie ja regieren, vollzogen wird und Flächen für Flüchtlingslager ausersehen werden ohne die dort Einheimischen zu fragen. Denn Ihr Haus oder das Haus der Verantwortlichen grenzt bestimmt nicht an solch eine Flüchtlings-Stätte oder?

Ja, Herr Oberbürgermeister, Sie sehen an den fünf exemplarisch ausgewählten Punkten, wieviel Arbeit Sie in den vergangenen Jahren Ihrer Amtszeit einfach liegen gelassen haben. Das müssen Sie angehen, wenn Sie am Sonntag wiedergewählt werden wollen. Denn es kann nicht sein, dass Leverkusen baulich (z.B. Straßenproblem), gesundheitlich (z.B. Rattenproblem, Krankheiten) und auch menschlich (Flüchtligsproblem) immer weiter verelendet und vergammelt, weil einfach der Wille und die Umsetzungsbereitschaft für eine adäquate Lösungsstrategie in den genannten Punkten zu fehlen scheint.

Mit freundlichen Grüßen
Bürger Leverkusens

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