Aktuelles, Regional / Mittwoch, 27.April.2016

Köln: Altparteien sorgen dafür, daß keine Asylbewerber in die betont bürgerlichen Stadtviertel Marienburg und Hahnwald gelangen

Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Für fast 6 Millionen Euro kaufte die klamme Stadt Köln im Juni 2014 das noch im Betrieb befindliche exquisite 4-Sterne-Hotel „Bonotel“ im bürgerlichen Promiviertel Marienburg, um dort Asylbegehrer zu beherbergen.

Bislang wurde im Bonotel kein einziger Asylbewerber gesichtet. Das ehemalige luxuriöse Hotel ist laut Stadt Köln angeblich immer noch nicht in einem bezugsfertigen Zustand. Dort, wo früher Prominente in Luxussuiten nächtigen durften, können heute Asylforderer nicht untergebracht werden. Die Stadt spricht von unhygienischen Teppichböden, von einer schlimmen Schadstoffbelastung in den Trinkwasserleitungen und von einer fehlenden Entrauchungsanlage. Immer wieder fand die Kölner Stadtverwaltung mit viel Phantasie neue Gründe für Renovierungsmaßnahmen und Verzögerungen für den Bezug.

Mittlerweile durfte der Kölner Steuerzahler rund 6,5 Millionen Euro für den Kauf des Bonotels und die Renovierungsmaßarbeiten zahlen, weitere fast 2 Millionen Euro sollen folgen. Nun soll die Stadt gar darüber nachdenken, das Hotel komplett abzureißen und das Grundstück als Containerstandort für Asylbewerber zu nutzen. Man könnte der Stadt aber auch etwas ganz anderes unterstellen: Bis zum heutigen Tage ist noch kein einziger Asylsuchender von der Stadt in den gut bürgerlichen und von vielen einflussreichen Bürgern bewohnten Stadtteilen Marienburg oder Hahnwald untergebracht worden. Stattdessen werden die Asylsuchenden hauptsächlich in sozial abgehängten Stadtvierteln untergebracht, wo sowieso schon eine Ghettobildung vorhanden ist. Zusätzlich sind in Köln immer noch unzählige Turnhallen mit Asylsuchenden belegt. Aber den Stadtvierteln Marienburg und Hahnwald mit den vielen Prominenten und den überdurchschnittlichen Wahlergebnissen für die Grünen sind offensichtlich keine Asylbewerber zuzumuten.Man bleibt dort lieber unter sich, während weniger bürgerliche Stadtteile die Hauptlast der Unterbringung der Asylbewerber zu tragen haben. Es ist schon ein wenig paradox, daß ausgerechnet viele Vertreter der Kölner Willkommenskultur in ihren Stadtteilen Marienburg und Hahnwald ganz ohne den Zuzug von Asylbewerbern auskommen wollen. PRO NRW setzt sich ganz entschieden für eine gerechte Verteilung der Asylsuchenden über alle Stadtteile in der Stadt ein und fordert die Stadtverwaltung auf, endlich mit den Tricksereien aufzuhören.

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