Aktuelles / Donnerstag, 14.Oktober.2010

Judith Wolter: Wir wollen Gegenwind sein!

Im Gegensatz zur Bürgerbewegung pro NRW steht die CDU längst nicht mehr hinter dem dreigliedrigen Schulsystem, jetzt geben die „Christdemokraten“ dies auch langsam öffentlich zu: 

Erfreulich ist, dass die CDU in Nordrhein-Westfalen endlich auf einen Teil ihrer politischen Tarnung verzichtet. Denn insbesondere im letzten Wahlkampf hatte man immer wieder behauptet, eine konservativ-rechte Alternative zur sozialistischen Einheitsfront von Linkspartei, SPD und Grünen darzustellen.

Wo Politik für die Menschen zur Ideologie verkommt, da „gesteht man Fehler“ ein, wenn man vom rechten Weg abkommt. Die Doktrin der Linken ist die totale Gleichheit der Menschen. Und wo alle Menschen gleich sein sollen, muss es auch kein differenziertes Schulwesen mehr geben. Eliteförderung gerät bei den Post-68ern bereits in Faschismusverdacht und so widerruft Thomas Sternberg, Unions-Schul-“experte“ im Landtag, es sei „ein Fehler“ gewesen „zu restriktiv“ am dreigliedrigen Schulwesen festgehalten zu haben. Man favorisiere nun, besonders angesichts der „schwierigen demografischen Situation“, eine Verbundschullösung von Haupt- und Realschulen. Die von rot-grün favorisierte Gemeinschaftsschule lehne man aber (noch) ab.

Rechtsanwältin Judith Wolter, Fraktionsvorsitzende im Kölner Rat

Während die Grünen Beifall klatschten, die Union habe nun endlich ihre ideologischen Scheuklappen abgelegt, zeigte sich Judith Wolter (pro NRW) besorgt. Die CDU nähere sich damit immer stärker dem Einheitsschulkonzept der regierenden Linken an. Damit werde die schulpolitische Verantwortung im Land für pro NRW immer größer:

„Die CDU ist in einem Maße politisch opportunistisch, dass man sich nur immer wieder wundern kann. Weil nun links regiert, biedert man sich auch in der Schulpolitik gleich an linke Ideologien an. Der vorgeschobene Grund für die Aufgabe des gegliederten Schulwesens, die schlechte demografische Entwicklung, ist rasch durchschaubar und wenig stichhaltig.

In Deutschland gab es in der Vergangenheit auch mit wesentlich weniger Einwohnern ein gegliedertes Schulwesen. Da muss man also nicht Haupt- und Realschulen zusammenlegen. Diese Zusammenlegung ist aus unserer Sicht ein erster Schritt zur Einheitsschule. Gerade aber wenn wir unser Land attraktiv und lebensfähig machen wollen, müssen wir insbesondere auch endlich wieder begabungsgerecht fördern. Dazu gehört ein Gymnasium, das sich frei von sozialpädagogischen Aufgabenstellungen einer verfehlten Einwanderungs- und Integrationspolitik hauptsächlich der Wissensvermittlung widmen kann. Nur das dreigliedrige Schulsystem kann vernünftig differenzieren.

Mit der neuen Positionierung der CDU in der Frage der Bildungspolitik ist pro NRW jetzt die letzte Partei, die am dreigliedrigen Schulsystem festhält. Das erhöht unsere politische Verantwortung. Und gerade weil wir wissen, dass wir die Mehrheit der Eltern in dieser Frage hinter uns haben, werden wir noch nachdrücklicher daran arbeiten, dass spätestens bei der nächsten Wahl diese Position auch im Landtag vertreten werden wird. Von der CDU darf man erwarten, dass sie bei dem entsprechenden Gegenwind dann wieder umfällt. Dieser Gegenwind wollen wir sein.“