Aktuelles / Montag, 12.März.2012

Traditionelle Schützenvereine im Kreuzfeuer der Kritik

Der Katholische Schützenverband mit mehr als 1000 Mitgliedsbünden steht im Kreuzfeuer der politisch korrekten Kritik, seit in Düsseldorf die Verlegung eines Schützenumzuges aus einem „migrantisch geprägten Viertel“ beschlossen wurde und der Bundesverband am Sonntag in Leverkusen beschloss, nur „traditionelle Schützenkönigspaare“ – also ein Mann und eine Frau – auf Umzügen zuzulassen.

Die Verlegung des Düsseldorfer Umzuges wurde zuerst mit Pöbeleien und Angriffen von muslimischen Anwohnern begründet, was natürlich umgehend für hysterische Reaktionen in Medien und etablierter Politik sorgte. Die Rheinische Post berichtete noch am sachlichsten über das Thema:

Nirgends in der Stadt ist der Migrantenanteil so hoch wie im Stadtteil Oberbilk. Doch mit der Integration klappt es noch längst nicht überall. Deshalb wird nun sogar ein Schützenumzug verlegt. Das wurde beim Jahresempfangs der Oberbilker Schützen und des Oberbilker Bürgervereins im Pfarrsaal von St. Josef bekannt.

Die Schützen beschlossen, dass die Route des zweiten Umzugs der Oberbilker St. Sebastianer am Montag des Schützenfestes künftig einen anderen Verlauf nehmen wird. Einerseits soll damit der kleinere der beiden Umzüge aufgewertet werden. Vor allem aber will man laut Pressesprecher Hans Jürgen Brock so künftig eine Konfrontation mit den marokkanischen Cafés und ihren Gästen im Bereich Eller- und Eisenstraße vermeiden.

Dort ist es laut Brock in den letzten Jahren immer wieder zu Zwischenfällen gekommen. Die meist ausnahmslos männlichen Cafébesucher hätten die vorbeiziehenden Schützen als nationalistisch und ähnliches verunglimpft. Es seien Gegenstände geworfen worden und Pferde hätten gescheut. Mit der Folge, dass einige der Schützen ihrerseits aggressiv reagiert hätten. Die neue Route am Schützenfestmontag stehe zwar noch nicht fest. “Aber da gehen wir nicht mehr hin”, so Brock.

Die Entscheidung des Katholischen Schützenbundes bzgl. der Ablehnung gleichgeschlechtlicher Schützenkönigspaare sorgte dann dieses Wochenende für gutmenschliche Empörung. Dabei machte der Schützenbund ausdrücklich darauf aufmerksam, dass sich diese Entscheidung nicht gegen schwule Mitglieder oder auch schwule Schützenkönige an sich richten würde, sondern ausschließlich die Schützenkönigspaare bei offiziellen Umzügen betreffen würde. Eigentlich in einem katholischen und konservativen Verband eine Selbstverständlichkeit, die die Öffentlichkeit zu respektieren hat, sollte man meinen.

Deshalb handelt es sich hier nicht um eine „Provinzposse“ oder Ähnliches, sondern um einen weiteren Mosaikstein in der „politisch korrekten“ Umgestaltung des kompletten öffentlichen Lebens. Wer dagegen freiheitlich denkt und für eine Politik des gesunden Menschenverstandes eintritt, der sollte es gefälligst den Schützen selbst überlassen, wo sie ihre Umzüge durchführen und wen sie an die Spitze derselben stellen wollen. Schließlich schreibt der Schützenbund oder die katholische kirche umgekehrt auch nicht den Machern des Christopher-Street-Days vor, wen sie auf ihren Wagen mitfahren lassen und wo ihre Umzüge stattfinden sollen …