Aktuelles / Donnerstag, 18.November.2010

Schulchaos in NRW – Einheitsschule, nein danke!

Die NRW-Landesregierung will auf kaltem Wege die Einheitsschule in NRW einführen. Der ehemalige Waldorflehrer Andreas Molau (pro NRW) befürchtet, dass diese Entwicklung zum bildungspolitischen Chaos in NRW führen wird. Alternative Schulformen könnten aus privater Initiative gegründet werden. Der Staat habe dagegen für einen verlässlichen schulpolitischen Rahmen zu sorgen:

Andreas Molau (pro NRW)

„Das Schulchaos in NRW ist vorprogrammiert. In Ascheberg ist jetzt die erste Einheitssschule genehmigt worden. Sechs Jahre lang will Schulministerin Löhrmann (Grüne) diese Schulform ausprobieren. Vorerst traut sich die neue Landesregierung nicht an ein neues Schulgesetz. Die Aushöhlung des differenzierten Schulwesens soll ohne generelle Diskussion durchgezogen werden – schon allein deshalb wahrscheinlich, weil man sich eine Abstimmungsniederlage wie schwarz-grün in Hamburg ersparen will. Das Ziel bleibt aber gesetzt: In NRW soll unter rot-grün-rot die Einheitsschule durchgesetzt und vor allem das Gymnasium bekämpft werden. Elitebildung ist den linken Bildungspolitikern aus ideologischen Gründen suspekt.

Vorerst wird dieser Plan das Land in ein Schulchaos führen. Löhrmann spielt mit den Ängsten der Eltern, die nicht wollen, dass ihre Kinder bei geringerer intellektueller Begabung in eine Hauptschule gehen müssen, die zur gesellschaftspolitischen Endlagerstätte für ungelöste Probleme geworden ist. Nicht integrierte Zuwanderer-Kinder machen diese Schulform vor allem zur bildungspolitischen Sackgasse. Wenn der Staat nun einen festen bildungspolitischen Rahmen aufbricht und die Schullandschaft zum Marktplatz macht, dann wird es künftig einen Schulkrieg geben. Wer alternative Schulformen will, der kann Privatschulen mit besonderem Profil gründen. Dass sich der Staat selbst zum Bildungsexperimentator entwickelt, ist dagegen höchst bedenklich.

Insbesondere Haupt- und Realschule müssen sich dann gegen die neue Einiheitsschule durchsetzen. Die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen, die allenthalben immer wieder für das gesamte Bundesgebiet gefordert wird, kommt bei diesem ideologischen Kleinkrieg unter die Räder. Nach dem Willen von Löhrmann und ihren politischen Freunden gibt es dann nämlich in einem Kreis bereits zig Schulprofile. Schließlich wird der Kampf gegen das differenzierte Schulwesen subtil geführt. Nicht nur, dass man den Eltern mit der Einheitssschule suggeriert, sie könnten praktisch immer die gleichen Ergebnisse erzielen, wie die intellektuell begabteren Kinder. Damit man die erprobten Schulformen möglichst geräuschlos beseitigen kann, werden die neuen Einheitsschulen einfach üppiger ausgestattet, Lehrer werden besser bezahlt und die Klassen sind kleiner.

Die Eltern sollten sich jedoch nicht täuschen lassen. Mit der Einheitsschule werden sich die Bildungsergebnisse insgesamt verschlechtern – und damit verschlechtern sich eben auch die Zukunftsaussichten der Schüler von heute.“