Landesweit / Dienstag, 14.Juli.2015

Schon über 179.000 Anträge auf Asyl

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Bundesministerium des Inneren (BMI) haben bekanntgegeben, dass ersten Halbjahr 2015 schon über 179.000 Anträge auf Asyl gestellt worden sind. Damit hält der starke Anstieg weiter an.

Im Juni 2015 sind demnach über 35.000 Anträge auf Asyl gestellt worden. Zum Vergleich: In den Jahren 2006 bis 2009 gab in den gesamten Jahren weniger Anträge auf Asyl als im vergangenen Monat.

Zeitgleich sind laut dem bayerischen Innenminister Joachim Hermann (CSU) die zahl der anhängigen Verfahren für Asylbewerber von 190.000 auf 237.000 gestiegen, obwohl die Zahl der Entscheidungen im Vergleichszeitraum 2014 auf 2015 von Januar bis Mai von 60.000 auf 114.000 gestiegen sind.

Hier wird schon offensichtlich, dass die Bundesbehörden personell überlastet sind. Noch deutlicher wird es allerdings, wenn man sich den Zustand bei der Bundespolizei betrachtet.

Dieses Jahr konnten schon mehr als 45.000 illegal nach Deutschland eingereiste Personen nicht nach den gesetzlichen Vorgaben kontrolliert und erfasst werden. Der Grund ist die schlechte personelle und technische Ausstattung der Bundespolizei. Viele Illegale werden nur kontrolliert und die Fingerabdrücke überprüft. Neue Fingerabdrücke können wegen veralteter Computersysteme nicht erfasst werden.

Fiedler_transparent„Das Asylchaos wird von Tag zu Tag größer. Es gibt kaum eine Kommune in Deutschland, die nicht mit Problemen bei der Unterbringung von Asylbewerbern zu kämpfen hat“, äußert sich Generalsekretär Tony-Xaver Fiedler.

„Neben der Schließung von Asylunterkünften wegen dem Ausbrechen von Windpocken und Magen-Darm-Infektionen gibt es in immer mehr Unterkünften Probleme mit den Bewohnern. Es kommt immer öfter zu Schlägereien zwischen Asylbewerbern.

In vielen Städten wird auch berichtet, dass gerade junge männliche Asylbewerber für die Anwohner ein Problem darstellen. Es ist klar, dass nicht jeder Asylbewerber automatisch unserem Land Probleme bereitet. Aber es ist doch klar, dass die Gesamtsituation niemanden zufriedenstellen kann. Unsere Kommunen sind heillos überfordert und zunehmend auch unsere Bundesbehörden. Länder wie Österreich, Ungarn oder die Schweiz überlegen schon, einen Asylstopp einzuführen. Damit würde noch mehr Last auf Deutschland liegen.

Unser aktuelles Asylsystem steht kurz vor dem Kollaps. Die Bürger in vielen Städten sind aufgrund der Zustände bei den Asylunterkünften verzweifelt. Und was unternimmt unsere Bundesregierung? Sie spricht von einer „Willkommenskultur“. Vor rund zehn Jahren hätte ich das noch irgendwie nachvollziehen können, aber in Zeit, in denen wahrscheinlich mehr als 500.000 Asylbewerber nach Deutschland kommen werden, noch von einer Willkommenskultur zu sprechen und dadurch bewusst die Probleme zu verdrängen, ist realitätsfern“, so Fiedler abschließend.

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