Landesweit / Donnerstag, 5.August.2010

Schluss mit den bildungspolitischen Experimenten

Experten bestätigen die Haltung von pro NRW gegen die Einheitsschule. In einer Artikelserie des liberalen Blogs von „eigentümlich frei“ macht der Autor Jörg Janssen unter dem Verweis auf zahlreiche Studien klar: Auch bei dem Ansinnen der neuen NRW-Landesregierung, den Anteil an Einheitsschulen auf 30 % hochzuschrauben, handelt es sich lediglich um ein „Festhalten am Scheitern“.

Die Einheitsschule hat in der Regel eine gute Presse. Im Politikerneusprech gilt sie als „alternativlos“ Alle positiven Attribute werden dieser Schulform zugesprochen: In ihr allein sei soziales Lernen möglich, es ginge dort gerechter zu und auch die Leistungen der Schüler würden augenblicklich besser. Pro NRW stellte sich gegen diesen Trend und sprach sich bereits vor der letzten Landtagswahl ganz klar für das differenzierte Schulwesen aus. Teil 1 einer Artikelserie im freiheitlichen Blog von „eigentümlich frei“ untermauert jetzt die bildungspolitischen Positionen der Bürgerbewegung.

Janssen macht zunächst auf die Entstehungsgeschichte der Einheitsschule aufmerksam. Diese datiere auf Mitte der 60er-Jahre und sei entscheidend von der neo-marxistisch orientierten Frankfurter Schule vorangetrieben worden. Bereits 1969 empfahl der „Deutsche Bildungsrat“ die Einführung der Einheitsschule. In den Folgejahren sollte die Schulform zunächst erprobt werden – ganze Schülergenerationen wurden also von den Altparteien zu Probanden gemacht. Auf die Ergebnisse der Beobachtungen, das zeigt die Studie bei „eigentümlich frei“, nahm man indes keine Rücksicht. Studien, die die starken Defizite der Gesamtschule dokumentierten, wurden beispielsweise erst zwanzig Jahre nach ihrer Fertigstellung publiziert. Die Einführung der Orientierungsschule in Nordrhein-Westfalen, die eine Vorform der Gesamtschule darstellte, wurde von der damaligen SPD/FDP-Landesregierung also bereits wider besseres Wissen durchgedrückt. Die CDU sprang zunächst auf den Protestzug gegen die Einheitsschule auf, gilt inzwischen aber selbst als eines ihrer eifrigsten Verfechter.

Janssen weist in seiner Studie überdies darauf hin, dass Einheitsschulen bis heute von den Altparteien in jeder Hinsicht bevorzugt worden sind. Dies wurde durch eine Studie der Unternehmensberatung Kienbaum im Auftrag der NRW-Landesregierung sogar aktenkundig. In zahlreichen, unter dem Deckel gehaltenen Studien schneidet die Einheitsschule schlecht ab. Die Familien im Land wissen aus dem täglichen Umgang mit ihren Kindern mehr als ideologisch motivierte Politiker und lehnten diese Schulform daher immer wieder ab. Wenn Kinder und Jugendliche nicht mehr in begabungshomogenen Gruppen unterrichtet werden, so wurde immer wieder nachgewiesen, empfinden sie dies, wenn sie an der unteren Leistungsskala stehen, oft als Deklassierung. Wenn sie besonders leistungsstark sind, werden sie dagegen im Lerntempo behindert. Trotz dieser in der Breite auch wissenschaftlich untermauerten Ergebnisse und trotz der schlechten Bildungsergebnisse der Schulen und Universitäten halten die Altparteien an der Einheitsschule fest. Statt gut ausgebildeter deutscher Schüler  sollen bekanntlich lieber ausländische Fachkräfte angeheuert werden.

Nach Ansicht des ehemaligen Waldorflehrers Andreas Molau zeigt die Studie des liberalen Internetblogs die Notwendigkeit eines bildungspolitischen Korrektivs:

Andreas Molau (pro NRW)

„pro NRW steht für eine wirklich freiheitliche Bildungspolitik, die nicht vom Parteienstaat und seinen willigen und ganz und gar durchideologisierten Helfern gegängelt wird. Die Besserbehandlung der Einheitsschulen muss endlich unterbleiben. Eine Diskussion muss offen und unter Berücksichtigung aller Erfahrungen und wissenschaftlichen Ergebnisse stattfinden. Die Politik hat sich schließlich endlich dem Elternwillen zu beugen.

Die Einheitsschule hat keine Zukunft und ist ideologische Illusion von Gleichheitsfanatikern. Und dort, wo sie scheinbar gut funktioniert, nämlich beispielweise in den Waldorfschuleinrichtungen, ist dies auch nur auf dem ersten Blick so. Waldorfschulen sind im Grunde Gymnasien in privater Hand, die von Kindern aus bildungsnahen Verhältnissen besucht werden. Das ist keine soziale Frage, sondern mehr die des elterlichen Engagements. Die Politik sollte also endlich vom Plan der Einheitsschule ablassen und die Kinder und Jugendlichen nicht mehr für ihre bildungspolitischen Experimente missbrauchen.“