Aktuelles / Mittwoch, 6.Oktober.2010

Ruhrgebiet: Bezirksvorsitzender Hauer erklärt Solidarität mit Hochtief

Aktiengeschäfte sind immer ein heikles Thema; und das nicht nur für Anleger, sondern vor allem für Unternehmen, die Aktien ausgeben. In der Vergangenheit wurden viele deutsche Firmen durch Aktienzukäufe von ausländischen Firmen übernommen. Neustes Opfer soll nun Deutschlands größter Baukonzern werden. Der spanische Baukonzern ACS will nämlich die in Essen ansässige Firma Hochtief durch den Zukauf von Aktien erwerben.

Das Unternehmen ACS, das zum Firmenimperium des Real Madrid Präsidenten Florentino Perez gehört, hat in der Branche keinen allzu guten Ruf. Schließlich trat ACS in der Vergangenheit bei der Übernahme anderer Unternehmen des öfteren in der Rolle des „Zerschlagers“ auf und nahm dabei nur wenig Rücksicht auf den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Bis dato verhält sich die deutsche Politik eher still und sucht noch nach dem geeigneten Moment, sich aus der Deckung zu wagen. Der Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP) signalisierte immerhin, dass er sich bei den Verhandlungen nicht einmischen wolle. Das könnte vor dem Hintergrund seines ökonomischen Sachverstandes durchaus vorteilhaft sein, womit er sich im Kabinett in guter Gesellschaft befindet.

Kevin Gareth Hauer, pro-NRW-Bezirksvorsitzender im Ruhrgebiet

Zu der Übernahmeschlacht um Hochtief erklärt Kevin Gareth Hauer, der Vorsitzende des pro-NRW-Bezirksverbandes Ruhrgebiet: „Das Problem liegt nicht nur bei der Verhinderung der feindlichen Übernahme, sondern auch in den Gesetzen. So sollte einem souveräner Staat daran gelegen sein, seine Unternehmen im eigenen Land zu binden und weiter zu fördern, damit die Arbeitsplätze für die einheimischen Arbeitnehmer erhalten bleiben.

Daher sollten die Gesetze auch dahin geändert werden, dass Unternehmen lediglich 49% an Aktien dem freien Markt zur Verfügung zu stellen, um nachhaltig das Unternehmen zu schützen. Mit 51% der Aktienanteile würde dann immer das Unternehmen selbst die Mehrheit an der Firma halten. Eine feindliche Übernahme des Essener Traditionsunternehmen könnte tausende Arbeitsplätze in Deutschland und vor allem im Ruhrgebiet kosten. Pro NRW stellt sich energisch gegen eine feindliche Übernahme und erklärt sich mit den Angestellten und dem Standort Essen solidarisch.

Es kann nicht sein, dass Manager und die verbrauchten Funktionäre der Altparteien die Arbeitsplätze in der Industrieregion Ruhrgebiet weiter gefährden. Ebenso kann es nicht sein, dass sich ausländische Firmen auf Kosten unserer einheimischen Arbeiternehmer sanieren und dann noch die Arbeitsplätze aus dem Inland in das Ausland exportieren. Es ist aber auch nicht hinnehmbar, dass Manager und die verbrauchten Altparteien bei solch einer Krise verlangen, dass die Mitarbeiter alleine das Unternehmen retten, indem sie Aktienpakete am eigenen Unternehmen sichern sollen.“