Aktuelles / Mittwoch, 6.Juni.2012

Regierung wirbt um ausländische Fachkräfte

Die Bundesregierung plant eine erneute Kampagne zur Werbung von ausländischen Fachkräften. Ziel dieser Kampagne ist es, den sog. „Fachkräftemangel“ zu bekämpfen. Bis zum Jahr 2025 soll eine Lücke auf dem Arbeitsmarkt von bis zu drei Millionen Arbeitskräften bestehen. So äußerte sich zumindest der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise. In Zusammenarbeit des Bundeswirtschafts- und –arbeitsministieriums wurde eine Kampagne zur gestartet, um gezielt im Ausland nach „Fachkräften“ zu suchen.

Dies wirft jedoch ein paar Fragen auf. Wenn ein „Fachkräftemangel“ bis 2025 von drei Millionen Arbeitskräften besteht und wir aktuell etwa drei Millionen Arbeitslose haben, wieso werden diese in den verbleibenden 12,5 Jahren nicht zu Fachkräften aus- und umgebildet? Wieso muss im Ausland nach Fachkräften gesucht werden, ist die Jugend im Land der Dichter und Denker nicht geeignet genug? Erhofft man sich den gleichen Erfolg von dieser Kampagne wie von vorangegangenen?

Rechtsanwältin Judith Wolter

Hierzu erklärt Rechtsanwältin Judith Wolter (PRO NRW):

„Wir finden das Verhalten der Bundesregierung fast schon inländerfeindlich! Nicht nur, dass man bereitwillig der Jugend in Deutschland Chancen verbauen will, nein, es wird ihr auch nichts zugetraut. Dass die Bundesregierung gezielt im Ausland nach Fachkräften sucht, ist zudem ein Eingeständnis der Unfähigkeit in Sachen Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

PRO NRW fordert, dass lieber die einheimische Jugend sowie die unzähligen Arbeitslosen in Deutschland zu Fachkräften weitergebildet werden und das die Bundesregierung dafür sorgt, dass sich Arbeit wieder lohnt und dadurch dauerhaft und krisensicher eine Familie ernährt werden kann. Dadurch würden vermutlich auch wieder die Geburtenraten ansteigen und einem drohenden Fachkräftemangel in der Zukunft demografisch vorgebeugt!“