Landesweit / Donnerstag, 9.September.2010

Querdenker sind nicht erlaubt

Die SPD will ihre Selbstdenker, außer Thilo Sarrazin gibt es dort wohl kaum noch welche, ausschließen. Die CDU ist da schon einen Schritt weiter. Stadtkewitz ist bereits rausgeworfen worden. Martin Hohmann und Henry Nitzsche waren dem Berliner Dissidenten bereits vorangegangen. Reinhardt Thomas, langjähriger CDU-Landtagsabgeordneter in Mecklenburg-Vorpommern trat jetzt selbst aus. Und nun haben die politisch korrekten Sittenwächter Erika Steinbach mal wieder im Visier.

Die Vertriebenen-Präsidentin hatte am Rande einer Veranstaltung die Bemerkung fallen lassen, die Polen hätten 1939 zuerst mobil gemacht. In welchem Zusammenhang diese Äußerung steht, ist unbekannt. Die SPD, froh von Sarrazin ablenken zu können, fordert rasch eine Distanzierung der CDU von Steinbach, die FDP lässt verlauten, die Aussagen Steinbachs stellten die Geschichte auf den Kopf und könnten sich zur Belastung im deutsch-polnischen Verhältnis entwickeln.

Nach Ansicht des Politologen und pro-NRW-Generalsekretärs Markus Wiener sind die neuerlichen Angriffe gegen Steinbach nur vorgeschoben:

„Die CDU erodiert zunehmend und scheint dem Vorbild der italienischen Christdemokraten folgen zu wollen, die inzwischen völlig bedeutungslos sind. Die CDU ist inzwischen so beliebig geworden,

pro-Köln-Fraktionsgeschäftsführer Markus Wiener

dass sie nichts mehr zusammenhält. Die aufgesetzte moralische Entrüstung über eine historische Bemerkung Steinbachs ist nur vorgeschoben. Geschichtsschreibung ist sowieso kein Feld für Politiker. Die Altparteien müssen diese endlich den Historikern überlassen. Die Vergangenheitsfixierung der Altparteien soll lediglich von dem eigenen Unvermögen in der aktuellen Situation ablenken.

Wirklich getroffen haben dürfte die Merkel-CDU tatsächlich die Zustimmung Steinbachs zu Thilo Sarrazin. Nachdem Merkel selbst ihr Amt zu dem Versuch missbraucht hatte, Sarrazin aus dem Vorstand der Bundesbank zu drängen, musste sich die Kanzlerin nun in den eigene Reihen Widerspruch gefallen lassen. Im Gegensatz zu Frau Merkel finden Erika Steinbach und die überwiegende Mehrheit der Deutschen die Aussagen Sarrazins sehr hilfreich. Immer überflüssiger macht sich hingegen die CDU, in der offenbar noch nicht einmal mehr eine innerparteiliche Diskussion geführt werden darf. Querdenker sind weder bei der CDU noch bei der SPD erlaubt – ein Grund mehr, sich der unverbrauchten pro Bürgerbewegung anzuschließen.“