Aktuelles / Freitag, 10.Dezember.2010

Propaganda für dem Komapatienten Euro

Gerhard Schröder nannte ihn eine „kränkelnde Frühgeburt“. Nach den Pleiten der letzten Monate und milliardengroßen Rettungsschirmen kann man ihn nur noch als Komapatienten bezeichnen: Der Euro. Und weil dem so ist, wird nun landauf, landab erklärt, was die Deutschen alles am Euro hätten.

Und jetzt will die ARD sogar herausbekommen haben, dass die Bürger ihn sogar mehrheitlich liebten. Sechzig Prozent wollten die Währung demnach behalten. Und damit sich die Statistik für den Medienkonsumenten noch eindrucksvoller darstellt, vermerkt die Umfrage noch, dass es besonders die Befragten mit niedrigem Bildungsabschluss seien, die sich die DMark zurückwünschten. Wer gehört schon gern zu den Verlierern?

Judith Wolter

Nach Ansicht der pro-NRW-Schatzmeisterin, der 32jährigen Rechtsanwältin Judith Wolter, sei diese neue Umfrage über den Euro bemerkenswert:

„Das ist schon komisch. Jahrelang hatte der Euro schlechteste Umfragewerte. Und ausgerechnet jetzt, wo die Garantiezusagen an Irland und Griechenland alle vorstellbaren Größen sprengen, gerade jetzt, wo sich zeigt, dass die gemeinsame Währung ein nicht zu haltendes Experiment ist, kommt nun also pünktlich das Bekenntnis der Bundesbürger zur Komawährung. Man fühlt sich an die alte Weisheit erinnert, dass man keiner Statistik trauen möge, die man nicht selbst gefälscht hat.

Aber, selbst wenn die ARD durch geschickte Fragetechnik eine Zustimmung zum Euro herausgepresst haben sollte, dann bleibt das Ganze immer noch bemerkenswert: Trotz der medialen Dauerbekenntnisse, dass es keine Alternative zum Euro gebe, trotz der Tatsache, dass Euro-kritische Positionen praktisch keinen Zugang zu den Massenmedien haben, wären auch nach dieser sonderbaren Umfrage noch immer 40 % eine bemerkenswerte Größe.

Die Pro-Bewegung ermuntert das, ihre Kampagne zur Wiedereinführung der D-Mark weiterzuführen. Ich bin fest davon überzeugt, dass noch wesentlich mehr als 40 % der Deutschen von einer stabilen Währung träumen. Ob sich diese nun in einem kleinen Währungsverbund ähnlich positionierter Volkswirtschaften vollzieht oder wirklich in einer nationalen Währung, das sei dahingestellt. Dieser Euro ist jedenfalls nicht lebensfähig.“