PRO NRW: Warum erhielten die Angehörigen der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie in den letzten Jahren über 600.000 Euro an Sozialleistungen?
Aktuelles, Landesweit, Regional, Top-Themen / Montag, 9.April.2018

PRO NRW: Warum erhielten die Angehörigen der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie in den letzten Jahren über 600.000 Euro an Sozialleistungen?

Laut Medienberichten soll die Stadt Leverkusen in der Vergangenheit circa 600.000
Euro an Angehörige der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie ausgezahlt
haben.
PRO NRW fordert nun Aufklärung von der Stadt Leverkusen, warum Mitglieder der
Großfamilie jahrelang vom Leverkusener Sozialamt üppig Sozialleistungen bezogen haben.

PRO NRW kann diese üppige Alimentierung von Angehörigen der Leverkusener
Großfamilie gerade auch vor dem Hintergrund der jahrzehntelangen, oft ja regelrecht
protzig, zur Schau gestellten Besitztümer der Großfamilie wie Luxusautos,
Immobilien, Rolex-Uhren und ähnliches überhaupt nicht nachvollziehen.
Dem Leverkusener Stadtrat liegt zwischenzeitlich eine Anfrage bezüglich der
Großfamilie vor. Hier wurde nachgefragt, welche spezifischen Sozialleistungen
gezahlt wurden und in welcher Höhe Angehörige der Großfamilie diese bezogen
haben. Ebenso wird nachgefragt, ob diese Leistungen weiterhin gewährt werden,
oder ob diese aufgrund der polizeilichen Ermittlungen gegen die Familie inzwischen
eingestellt wurden.

Vor rund vier Wochen fand bei der Großfamilie bekanntlich eine Razzia statt. Hierbei
wurden 7 Nobelkarossen sowie Unmengen an Bargeld und Schmuck sichergestellt.
Vier Angehörige der Großfamilie wurden verhaftet, 70 Objekte durchsucht. Darunter
Häuser und Wohnungen in Leverkusen. Den Angehörigen der Großfamilie wird
Betrug im großen Stil vorgeworfen, vornehmlich zum Nachteil von hilf- und wehrlosen
Senioren.

Zur jahrelangen Kumpanei der Stadt Leverkusen mit der Leverkusener Großfamilie
erklärt der PRO NRW-Parteivorsitzende und Leverkusener Stadtrat Rechtsanwalt
Markus Beisicht:

Rechtsanwalt Markus Beisicht

„Angehörige der stadtbekannten Großfamilie posieren seit Jahren in sozialen
Netzwerken in Luxusautos von Rolls-Roys, Porsche und Mercedes, tragen Gucci-
Kleidung und schwere Rolex-Uhren am Handgelenk, trotzdem wurden offensichtlich
die Clan-Angehörigen von der Stadt Leverkusen fleissig alimentiert.
Niemals machte der Leverkusener Clan einen Hehl aus seinem Reichtum. Doch
warum haben die Behörden denn erst nach Jahrzehnten eingegriffen und die Razzia
durchgeführt? Das Hauptquartier des Clans befindet sich in Leverkusen. Hier lebten die Angehörigen in Saus und Braus.
Laut Medienberichten soll ein Großteil der Familie Sozialleistungen beziehen, also
Hartz-4 kassieren. Trotzdem soll zum Beispiel der 42-jährige Hauptverdächtigte
seinem Sohn zum 18. Geburtstag einen Mercedes im Wert von über 195.000 Euro
geschenkt haben. Und in Leverkusen hat hiervon niemand etwas bemerkt. Nun
kommt heraus, woher das Geld für das Luxusleben, die Sportwagen und eine
Vielzahl von Immobilien kamen. Die Antwort ist ganz einfach – der Clan zockte
professionell Banken, Sozialleistungsträger und vor allem Senioren in Deutschland
ab. Es ist daher schon mehr als erstaunlich, dass seitens der Stadt Leverkusen
Sonderprüfungen bezüglich der Großfamilie etwa durch das Rechnungsprüfungsamt
offenbar nie stattgefunden haben. Die Stadtverwaltung hatte sich offensichtlich mit
der Großfamilie arrangiert und hatte diese ganz politisch korrekt völlig in Ruhe
gelassen. Die Zeche durfte dann der Leverkusener Steuerzahler zahlen.
Es dürfte im Übrigen wenig wahrscheinlich sein, dass die zu Unrecht kassierten
Sozialleistungen in irgendeiner Weise wieder zurückbezahlt werden.“

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