Aktuelles / Freitag, 31.August.2012

PRO NRW fordert würdiges Andenken für Maueropfer

Im Folgenden lesen Sie den Redebeitrag von PRO NRW Stadträtin Susanne Kutzner, der den schriftlichen Antrag an den Stadtrat noch einmal detailliert begründet hat und auf die Dringlichkeit nach einer Umbenennung einer Straße oder eines Platzes, nach dem berühmtesten Mauertoten, Peter Fechter, hingewiesen hat.

Ablehnung seitens der Linkspartei, als rechtlicher Nachfolger der totalitären SED, war hierbei von vornherein zu erwarten. Viel zu sehr ist die Ideologie der alten Genossen in dieser Partei verankert, was sie allerdings nicht nur in Leverkusen stets dazu ermuntert, die Verbrechen der SED zu beschönigen, zu leugnen oder zu rechtfertigen.

In unserem Antrag bitten wir die Verwaltung zu prüfen, ob im Leverkusener Stadtgebiet eine kostengünstige Möglichkeit besteht eine Straße oder einen Platz nach Peter-Fechter zu benennen. Wer war dieser Mann?

Susanne Kutzner

Als 18-jähriger wurde er im August 1962 von ostdeutschen Grenzsoldaten an der Berliner Mauer niedergeschossen. Anschließend ließen Sie ihn hilflos im Todesstreifen liegen bis er verblutet war.

Sein einziges Vergehen war, dass er sich für ein Leben in Freiheit entschieden hatte und sich nicht länger in einem totalitären Regime einsperren lassen wollte.

Wie wir ja alle wissen, steht der Name von Peter Fechter auch stellvertretend für die vielen Menschen, die an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze bis zum Jahr 1989 brutal ermordet wurden.

Dazu gehören natürlich auch die vielen tausend Menschen, die das SED-Regime ermorden ließ oder die unter menschenunwürdigen Verhältnissen in den berüchtigten Zuchthäusern gestorben sind – und das alles nur, um seine Gewaltherrschaft über einen Teil Deutschlands aufrechterhalten zu können.

Schon zu meiner Schulzeit, die ja komplett in die Zeit der deutschen Teilung hineinfiel, wurde über die Brutalität an der innerdeutschen Grenze sowie den Machenschaften der Stasi in Ostdeutschland kaum geredet. Schon damals für mich unbegreiflich.

Diese Situation hat sich im laufe der Jahre kontinuierlich fortgesetzt. Heute kann man sagen, dass diese Tatsachen im öffentlichen Bewusstsein, vor allem bei der jüngeren Generation – die keine eigenen Erfahrungen mehr mit der DDR gemacht haben – kaum noch präsent sind. Um dem gegenzusteuern, muss Ihnen das ganze Ausmaß des Unrechts begreifbar gemacht werden.

Daher wurde vor kurzem nun von der Bundesregierung angekündigt, ein Projekt über die an der innerdeutschen Grenze getöteten Menschen zu fördern. Vorallem von Bundestagsabgeordneten der CDU u. FDP wird dieses Forschungsprojekt sehr gelobt.

Die Fraktion von pro NRW sieht es als besonders wichtig an, dass nicht nur in Berlin, sondern auch in Leverkusen das Andenken an die Opfer der sozialistischen Diktatur durch die Benennung von Straßen oder Plätzen wachgehalten wird

Daher schlagen wir vor, dass auch Leverkusen eine Peter-Fechter-Straße oder einen gleichnamigen Platz besitzt, um so den Opfern der kommunistischen Gewaltherrschaft zu einem würdigen Andenken zu verhelfen.

Bis 1989 hatten alle etablierten Parteien in Westdeutschland die Zustände an der innerdeutschen Grenze noch auf das Schärfste verurteilt. Insofern sollte es doch jetzt eine Selbstverständlichkeit sein, unserem Antrag zuzustimmen.