Aktuelles / Mittwoch, 2.Dezember.2015

Pinocchio (Lügen) – Presse hält zusammen

Der sogenannte Hetz-Pranger der Bild-Zeitung verstößt nach einer Entscheidung des Presserats nicht gegen den Pressekodex. Das Springerblatt hatte im Oktober unter dem Titel „Bild stellt die Hetzer an den Pranger“ Einträge von Facebook-Nutzern zur Asylkrise mit deren Namen und Foto veröffentlicht und die Staatsanwaltschaft aufgefordert zu ermitteln.

Auf die Persönlichkeitsrechte der privaten Facebook-Nutzer wurde keinerlei Rücksicht genommen. So wurden Bürger wegen Aussagen wie „Wenn einem Muslim in seinem Gastland etwas nicht gefällt, kann er wieder gehen!“ an den Pranger gestellt.

Gegen den Hetz-Pranger der Bild-Zeitung hatte es mehrere Beschwerden wegen Verletzung von elementaren Persönlichkeitsrechten und Diffamierung beim Presserat gegeben. Dieser hat nun ganz politisch korrekt entschieden, daß die Veröffentlichung der Äußerungen mit Name und Profilbild zulässig gewesen sei, da es sich angeblich nicht um private, sondern erkennbar um politische Äußerungen der User gehandelt habe.

Es bestünde daher angeblich „ein öffentliches Interesse, das die Persönlichkeitsrechte der User überlagere“. Auch die Beschwerden gegen das linke Internetportal „Huffington Post“ wurden zurückgewiesen. Dieses hatte bekanntlich eine Sammlung von asylkritischen Kommentaren unter der Überschrift „Hier sprechen die Haßfratzen“ veröffentlicht. Die Bezeichnung „Haßfratzen“ ist laut Presserat zwar „eine zugespitzte, scharfe Meinungsäußerung“, sie bewege sich jedoch nach Auffassung des Presserats im Rahmen der presseethischen Grenzen. Einmal Pinocchio-Presse, immer Pinocchio-Presse. Und eine Krähe hackt der anderen halt kein Auge aus. Mit dieser Entscheidung hat der Presserat endgültig jedwede Glaubwürdigkeit verloren.