Regional / Freitag, 2.Juli.2010

Paderborn: Erzbischof Becker auf Abwegen

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat kürzlich die Einführung von islamischem Religionsunterricht und der Einrichtung eines entsprechenden Studienfachs begrüßt. Darin liege eine große Chance, die Kirche und islamische Glaubensgemeinschaften einander anzunähern und einen friedensstiftenden Dialog zu führen. Auch sprach sich Becker dafür aus, an katholischen Schulen mehr muslimische Kinder zu unterrichten.

Dass sich ein Bischof, zumal der eines nicht ganz unbedeutenden deutschen Bistums, derart weit aus dem Kirchenfenster lehnt, ist durchaus verwunderlich. Befinden sich doch schließlich alle Priester und an ihrer Spitze die Bischöfe in der Nachfolge der Apostel, jener Männer also, denen Christus den Aufbau seiner Kirche anvertraute und die weite Teile der damals bekannten Welt missionierten. An den Islam, der mehrere hundert Jahre später die Kirche in Kleinasien und der arabischen Welt zerstören sollte, dachte damals noch niemand.

Warum sich nun ausgerechnet die Kirche dafür und für das immer noch stattfindende Morden an ihren Anhängern mit einem sehr einseitigen Dialog bei der so genannten „Religion des Friedens“ bedanken sollte, ist mehr als fraglich. Diese Anbiederung passt eigentlich nicht zu einem Bischof, dem die Sorge für die Kirche von Paderborn und die ganze Herde Christi aufgetragen ist. Hier sprach wohl also auch nicht der Erzbischof, sondern der katholische Amtsträger Becker. Erzbischof Becker hat dabei aber wohl vergessen, dass er eben kein Kirchenbeamter ist. Es soll zahlreiche Priester und Bischöfe geben, die gerade auf diesen Unterschied zu den evangelischen Glaubensgemeinschaften, bei denen die so genannten „Pfarrer“ gewählt und nicht geweiht werden, sehr stolz sind. Becker gehört scheinbar nicht dazu.

Wie es mit der ihm eigentlich zur Vertretung aufgetragenen Lehre vereinbar ist, dass muslimische Schüler an Schulen der Kirche unterrichtet werden, ließ Becker deshalb wohl offen, denn für ihn scheint dies eine reine Verwaltungsentscheidung zu sein. Seinem Auftrag als Bischof genügt er damit nicht. So stellt sich die Frage, zu wessen Nutzen Becker sich auf Abwege von der kirchlichen Lehre begibt. Will er durch eine Anbiederung an die Muslime und an den herrschenden Zeitgeist der Multi-Kulti-Ideologie etwa die herrschende Klasse beschwichtigen? Ein Blick in die Geschichte hätte ihm hier sehr schnell deutlich machen können, wohin solche Anbiederung und Zeitgeisthörigkeit führen kann. Waren es doch einige von  Beckers Mitbrüdern im Bischofsamt, die durch eine besondere Nähe zum Hitlerregime ihre eigene Haut zu retten versuchten.

Zu seinem eigenen Nutzen dürften Beckers Äußerungen indes nicht sein. Denn der Papst als quasi irdischer Dienstherr Beckers verabscheut nichts mehr als Zeitgeisthörigkeit und Relativismus. So wäre Becker also gut beraten, sich wieder auf seinen eigentlichen Auftrag als Bischof zu besinnen, anstatt für die Multi-Kulti-Lobby Politik im Zeichen des Kreuzes zu machen.