Aktuelles / Donnerstag, 16.Juni.2011

Oberberg: Unter Politpfarrrern grassiert die Rechts-Links-Schwäche

Im alten Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn ist an einer Glaswand im Foyer folgendes Gedicht mit dem Titel „lichtung“von Ernst Jandl zu finden: „manche meinen/lechts und rinks/ kann man nicht velwechsern/ werch ein illtum.“ Dass dies vor allem unter den selbsternannten Gutmenschen des Landes ein weit verbreitetes Phänomen ist, haben nun einige evangelische Politpfarrer in Oberberg unter Beweis gestellt. In einer „Resolution gegen rechts“ verurteilen die Vertreter der evangelischen Glaubensgemeinschaften die rechte Weltanschauung, die für sie „sowohl rassistisch als auch menschenverachtend ist und einen Frontalangriff auf das christliche Menschenbild darstellt“.

Diesen Vorwurf erheben sie auch gegen die freiheitlich-konservative BÜRGERBEWEGUNG PRO NRW. Offensichtlich haben sie weder mitbekommen, dass die Denkkategorien des 19. Jahrhunderts nicht mehr taugen, die aktuellen politischen Verhältnisse zu beurteilen, noch ist ihnen klar, dass rechts die Wahrer der Demokratie stehen und die eigentliche Gefahr für Staat und Bürger letztlich von links kommt. Deshalb war es auch der zu traurigem Ruhm gelangte böhmische Gefreite, der vor rund 70 Jahren das Versäumnis beklagt hatte, keinen „Kampf gegen rechts“ geführt zu haben. Ob die Politpfarrer hier anknüpfen wollen?

Udo Schäfer

Zu den antidemokratischen Ausfällen der Politpfarrer erklärt der PRO-NRW-Bezirksvorsitzende Oberberg Udo Schäfer: „Mir scheint, dass die Oberberger Politpfarrer unter einer ausgeprägten Rechts-Links-Schwäche leiden. Sie sollten deshalb Urteile über die aktuellen politischen Verhältnisse denen überlassen, die hier auch über die nötige Kompetenz verfügen. Schließlich haben wir nicht umsonst die Trennung von Kirche und Staat, der sich auch die Protestanten unterzuordnen haben. Mich würde zudem interessieren, welche ‚ausländerfeindlichen’ und ‚rassistischen’ Parolen sie in unseren Flugblättern und auf unseren Plakaten gefunden haben wollen. Uns geht es nämlich vor allem um mehr Mitsprache der Bürger und mehr Demokratie. Was daran so verwerflich sein soll, dass man dagegen gleich eine Resolution beschließen muss, dürften die Bürger wohl am allerwenigsten verstehen.“