Aktuelles / Mittwoch, 8.Dezember.2010

NRW – Bildungspolitik: Gutachterstreit als Nebelwand!

Die Gemeinschaftsschule in NRW soll möglichst auf kaltem Wege eingeführt werden. Dazu passt, dass die Schulversuche durch den Landtag nicht legitimiert sind. Die neue rot-rot-grüne Landesregierung wünscht keine offenen schulpolitischen Debatten. Über die Verfassungsmäßigkeit ist nun ein Gutachterstreit entbrannt.

Der bildungspolitische Sprecher der Pro-Bewegung, Torsten Lange, bezeichnete diesen Streit als Nebelwand. Die Linke gehe den üblichen Weg in bildungspolitischen Fragen. Aus einem Versuch solle still und heimlich die Regel werden. Der Elternwille gilt da nichts:

Torsten Lange, Ex-Bundestagsabgeordneter der Grünen und bildungspolitischer Sprecher der Bürgerbewegung pro NRW

„Eine parlamentarisch nicht  durchsetzbare Maßnahme der Linken im Schulbereich wird erfahrungsgemäß  taktisch zunächst  als ,Schulversuch‘  organisiert und sowohl professoral  als auch  medial so ,begleitet‘, dass am Ende die Ausnahme zur Regel wird.

Die schulpolitische Umfallerpartei CDU  leistet dabei dankbare Schützenhilfe, indem sie sich lediglich noch auf die argumentative Krücke einer möglichen Verfassungswidrigkeit stützt, um wenigstens den Anschein zu erwecken, sie könne den abgefahrenen Zug in Richtung Einheitsschule noch aufhalten.
 
So hat nun  auch die linke NRW-Einheitsschulkamarilla unter der grünen Ministerin Löhrmann ihren Gutachter ausgegraben, der auftragsgemäß die Verfassungsmäßigkeit  des Schulversuchs „Gemeinschaftsschule“ bestätigen sollte. Professor Gusy aus Bielefeld (nicht gerade eine Hochburg konservativer Prägung!)  hat nun zwar drei Vorbehalte eingebaut:  die  zeitliche  Befristung, die Beobachtungs- und Bewertungsnotwendigkeit und – man lese genau – die Begrenzung des ,personellen und sachlichen Anwendungsbereiches‘. Solch vage Formulierung allerdings lässt aufhorchen und Parteilichkeit des Gutachtens vermuten ;denn seit Verkündung des Schulversuchs gibt es eindeutige Signale für eine klare Privilegierung dieser Einheitsschule  in den Segmenten Lehrerversorgung , Klassengrößen und  finanzieller Ausstattung.
 
Niemand sollte sich jedoch durch solche Nebenschauplätze ablenken lassen:
Unser  (Aus-) Bildungssystem war einmal Weltspitze und galt vielen Ländern als Vorbild. Die  seit über 30 Jahren anhaltende Misere ist primär durch die  Ursachentriade: Sozialistische Einheitsideologie +Werteumwertung durch die 68-er  Kulturrevolution +Massenzuwanderung  bildungs- und kulturferner Schichten verursacht worden.
Weitere Experimente und Strukturdebatten lassen  deshalb die Zukunftschancen unserer Jugend immer tiefer im ideologischen Morast versinken. Die große Herausforderung einer verantwortungsvollen Schulpolitik muss deshalb spiegelbildlich bei den Ursachen ansetzen: Beibehalten des differenzierten Schulwesens + wertorientierte Erziehung, Leistung,  Förderung + Stopp der Zuwanderung aus fremden Kulturen.
 
Dabei muss selbstverständlich stets im Blick bleiben, dass Bildungspolitik zugleich immer auch Sozial- und Familienpolitik bleibt.  Aus Gerechtigkeitsgründen muss Schule für jeden Durchlässigkeit  gewährleisten, muss (nicht nur technisch) gut ausgebildete Lehrer einstellen,  muss effektiv ausgestattet sein und Raum geben für jene Kinder, deren Eltern erziehungsunwiilig oder  -unfähig sind.“