Aktuelles, Landesweit / Donnerstag, 21.August.2014

NRW: „Beispiellose Verwahrlosung“ der Bahnhöfe

„Allianz pro Schiene“ stellt NRW-Bahnhöfen vernichtendes Urteil aus. Hagen, Wuppertal und Duisburg besonders heruntergekommen.

Ausgerechnet das größte Bundesland mit den meisten Fahrgästen blamiert sich im Bundesvergleich, wenn es um die Qualität der Bahnhöfe geht. „Beispiellos schlecht“ sind viele Stationen an Rhein und Ruhr, so „Allianz pro Schiene“-Geschäftsführer Dirk Flege. Nicht eingehaltene Mindeststandards, heruntergekommenes Aussehen, Bausünden, dies sind einige der Kritikpunkte, die von der Organisation angemahnt werden. Gerade im Ruhrgebiet ist die Situation allem Anschein nach verheerend. Zwar gibt es einige positive Ausnahmen, diese kommen aber allerhöchstens auf die Note „gut“ oder „befriedigend“, so zum Beispiel Wetter an der Ruhr. Von der Bundesspitze ist NRW jedoch auch in der Breite weit entfernt. Die Landesregierung beklagt vorallem eine Benachteiligung von NRW bei der Vergabe von Bundesmitteln für den Nahverkehr, während „Allianz pro Schiene“ die Schuld häufig bei den Kommunen sieht, da auch oftmals das direkte Bahnhofsumfeld in punkto Hygiene nicht zu überzeugen weiß.

Beisicht_MTÜ_polaroid„Die finanzielle Überforderung vieler nordrhein-westfälischer Kommunen ist auch anhand der heruntergekommenen Bahnhöfe klar ersichtlich“,

so der Vorsitzende der Bürgerbewegung PRO NRW, Rechtsanwalt Markus Beisicht.

„In vielen Städten erleben Besucher und vorallem Touristen beim Betreten der Stadt via Schienenverkehr einen negativen ersten Einblick. Schmutz, Bettler, obdachlose, Drogenabhängige und Alkoholiker sind oftmals in Scharen rund um die zentralen Bahnstationen anzutreffen und belästigen Zugreisende auf das Unerträglichste. Jahr für Jahr entgehen unseren Großstädten Zusatzeinnahmen durch Tourismus, da sich dieser Probleme von Seiten der Kommunen nicht angenommen wird, und vielen auswärtigen Gästen ein bleibender Negativeindruck aufdrängt. Hier müssen nach unserer Auffassung gerade die Ordnungsbehörden stärker in die Pflicht genommen werden. Bettelverbote, Platzverweise und Drogenrazzien müssen an der Tagesordnung sein, verbunden mit regelmäßigen Reinigungen und Instandsetzungen der Bahnhofsgebäude“,

resümmiert der Leverkusener Kommunalpolitiker abschließend.

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