Aktuelles / Dienstag, 2.November.2010

Nachtbaustellen für NRW

In NRW herrscht Stillstand. Leider nicht nur politisch, sondern auch verkehrstechnisch. Beides hängt zuweilen miteinander zusammen. Auf über 300 Kilometer Länge staute sich erst am Dienstag der Verkehr auf den Straßen des Landes. Wie nicht anders zu erwarten, zeigte sich das Verkehrsministerium ratlos.

Dabei war Minister Harry Voigtsberger vorgewarnt. Der ADAC hatte bereits Ende August vorhergesagt, dass NRW mehr Staus bekommen würde. Einer der hausgemachten Gründe: Voigtsberger ist ein bekennender Kritiker von Nachtbaustellen. Ohne Nachtbaustellen, so der pro-NRW-Vorsitzende Markus Beisicht, sei die katastrophale Verkehrssituation im Land jedoch nicht zu beruhigen:

pro-NRW-Vorsitzender Rechtsanwalt Markus Beisicht

„NRW ist Stauland Nummer eins in Deutschland. Das ist auch das Ergebnis der Verkehrspolitik im Land. Die jetzt gemeldeten 300 km Stau sind ja leider keine Seltenheit. Letztes Jahr wurden 44.000 Staus gemeldet. Jedes Jahr werden in NRW rund 15.000 Tagesbaustellen eingerichtet. Nur ein Drittel der Arbeiten werden jedoch nachts durchgeführt.

Hier muss endlich eine andere Politik gemacht werden. In anderen Bundesländern, etwa in Bayern, hat man mit Nachtbaustellen hervorragende Erfahrungen gemacht. Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum Harry Voigtsberger sich hier querstellt. Fakt ist: Staus kosten Geld, verpesten die Umwelt, verursachen Unfälle und nerven die Bürger.

Mit der Erweiterung der Nachtarbeit könnte die Bauzeit der Baustellen erheblich verkürzt werden. Als Anwalt der Bürger, aber auch der Wirtschaft, die unter der Verkehrssituation leidet, fordert pro NRW die Landesregierung auf, endlich zu handeln. Auf den knapp dreißig Baustellen im Land muss notfalls Tag und Nacht gearbeitet werden, damit sich die Verkehrssituation in den kommenden Wintermonaten nicht noch weiter verschlechtert.“