Landesweit / Dienstag, 3.August.2010

Milli Görüs freut sich über anonymisierte Bewerbungen

Natürlich, das „Islamische Portal“ von „Milli Görüs“ freut sich über zukünftig anonymisierte Bewerbungen. „Milli Görüs“ heißt übersetzt so viel wie „Nationale Sicht“. Der als antisemitisch und undemokratisch eingestufte Verein lobt also nun das Bundesfamilienministerium und das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales für die Umsetzung der von der „Antidiskriminierungsstelle des Bundes“ vorgeschlagenen Maßnahme.

Bei Bewerbungen in der öffentlichen Verwaltung soll nämlich zukünftig ein Migrationshintergrund unkenntlich gemacht werden, versprach der neue NRW-Integrationsminister Guntram Schneider (SPD). Dann solle allein Bildung und Erfahrung zählen. Der Minister glaubt, dass so bald mehr Beschäftigte aus Migrantenfamilien in die öffentliche Verwaltung gelangten. Und die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, ergänzte: „Die Unternehmen müssen davon überzeugt werden, dass Vielfalt bei den Beschäftigen wichtig ist.“ Deutschland könne es sich nicht leisten, auf qualifizierte Bewerber zu verzichten.

Pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener

Der Politologe und Generalsekretär von pro NRW, Markus Wiener, machte indes auf die inneren Widersprüche dieser Politik aufmerksam:

„Was sich da als Koalition von islamistischen Vereinen und linker Gutmenschenpolitik darstellt, wird immer wirrer. Auf der einen Seite möchten die Altparteien ständig Quotenregelungen für Migranten durchsetzen. Auf der anderen Seite soll nun bei den Bewerbungsverfahren für den Öffentlichen Dienst der Hinweis auf Migrationshintergrund gestrichen werden. Das hat dann immerhin den Vorteil, dass ahnungslose Personalverantwortliche nicht sofort als ausländerfeindlich denunziert werden können, wenn sie einmal einen Migranten aus dem Bewerbungsverfahren werfen.

So richtig nachvollziehen kann man übrigens nicht, warum Schneider mit dieser Entscheidung zukünftig mehr Migranten in der Verwaltung erwartet. Vielleicht ist dem Minister unbekannt, wie die Schulabschlüsse in Migrantenfamilien aussehen und welchen Problemen wir uns bei Einwandererfamilien gegenübersehen, die diesen Staat in großer Zahl aus religiösen Gründen ablehnen. Es dokumentiert sich damit wieder einmal, dass die Politiker der Altparteien jede Bodenhaftung verloren haben.

Was die anonymen Bewerbungen angeht: Ein kurzer Blick nach Frankreich würde ausreichen, um die Nutzlosigkeit dieses Unterfangens zu belegen. Spätestens beim persönlichen Gespräch kann man die Persönlichkeit nämlich nicht anonymisieren. Diskriminierung kann man ebenso nicht mit Verordnungen und Gesetzen beseitigen, wie man Integration nicht durch Förderprogramme erreichen kann. In beiden Fällen kommt es immer auf den Willen der Menschen an. Und alle Antidiskriminierungsmaßnahmen wären schließlich weitgehend überflüssig, wenn sich die Migranten wirklich in die deutsche Kultur einpassen würden. Auf eine Vielfalt, wie sie Frau Lüders wahrscheinlich vorschwebt, können die meisten Betriebe wahrscheinlich gut verzichten.“