Regional / Freitag, 12.Dezember.2014

Leverkusen: Rote Karte für die Meinungsfreiheit

Der Kirchenkreis Leverkusen bestätigte heute ganz politisch korrekt den Ausschluss von PRO-NRW-Landesvorstandsmitglied Maria Demann aus dem Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Leverkusen-Wiesdorf

Eigentlich stellt es in einer pluralistischen Demokratie eine Selbstverständlichkeit dar, dass auch evangelische Christen sich kommunalpolitisch engagieren und für diverse Parteien für den Stadtrat- oder Kreistag kandidieren. So war der Vorsitzende des Presbyteriums von Leverkusen-Küppersteg/Bürrrig, Herr Freund, lange Zeit gewählter Ratsherr für die FDP. Andere Christen engagierten sich in anderen Parteien. Zu diesen anderen Christen zählt auch die PRO NRW-Bezirksvertreterin Maria Demann. Sie engagiert sich in der grundgesetzkonformen freiheitlichen Plattform PRO NRW. Sie hat sich immer ausdrücklich zum christlichen Gebot der Nächstenliebe bekannt. Sie lehnt jede Form von plumper Migrantenfeindlichkeit entschieden ab.

Sie verurteilte aufs Schärfste den menschenverachtenden Rassismus und trat immer wieder bei ihrem politischen Engagement für den Grundwertekanon des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland ein. Frau Demann bekennt sich in ihrem politischen Engagement immer wieder für das Recht auf Bildung und Ausübung einer parlamentarischen Opposition sowie für den Bestand der Grundrechte, insbesondere für das Recht auf freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit sowie Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit.

Als engagierte evangelische Christin wurde sie dann mit einem überzeugenden Votum der Gemeindemitglieder der Kirchengemeinde Leverkusen-Wiesdorf zur Presbyterin gewählt. Das war dann zu viel Demokratie in der evangelischen Kirche für die Blockwarte der Political Correctness. Auf Druck von ganz oben, wie der Leverkusener Superintendent Gert-René Loerken betonte, wurde die engagierte Christin amtsenthoben. In einer kurzen Ausschlussbegründung wurde festgestellt, dass das Engagement von Frau Demann für PRO NRW angeblich unvereinbar sei mit ihrem Amt als Presbyterin der Evangelischen Kirchengemeinde Leverkusen-Wiesdorf. Ein persönliches Fehlverhalten oder gar eine Pflichtverletzung konnte Frau Demann noch nicht einmal seitens der Evangelischen Kirchengemeinde Leverkusen-Wiesdorf vorgeworfen werden.

Es reichte, dass Frau Demann für eine offenbar der Kirchenleitung nicht genehme politische Plattform zur Kommunalwahl antrat. Ihr wurde deswegen ein angeblich unchristliches Verhalten vorgeworfen. Unchristlich dürfte es hingegen sein, eine Mitchristin, die einer Minderheitenposition vertritt, öffentlich bloß zustellen und zu stigmatisieren. Gesinnungsschnüffelei ist gefährlich und widerspricht zudem den Grundprinzipien einer modernen und selbstbewussten Demokratie. Frau Demann legte sodann Beschwerde gegen ihren Ausschluss aus dem Presbyterium ein. Es fand dann im Juni eine mündliche Anhörung vor dem Kirchenkreis Leverkusen statt.

Das Verfahren wurde eher schleppend betrieben, da einige Mitglieder des Kreissynodalvorstandes zunächst nicht bereit waren, sich am rechtswidrigen Ausschluss von Frau Demann zu beteiligen. Einzelne Vertreter wurden dann massiv unter Druck gesetzt, so dass Superintendent Loerken sodann heute als Weihnachtsgeschenk für Frau Demann den einstimmigen Beschluss des Leverkusener Kreissynodalvorstands verkünden durfte, dass der Ausschluss von Frau Demann aus dem Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Leverkusen-Wiesdorf rechtmäßig sei. Frau Demann überlegt nunmehr, gerichtliche Schritte gegen den sie stigmatisierenden absolut unchristlichen Ausschlussbeschluss einzulegen.

Als Antwort auf die Verunglimpfung von Maria Demann durch den Kirchenkreis Leverkusen wurde diese am letzten Samstag mit einem hervorragenden Wahlergebnis als Beisitzerin in den PRO NRW-Parteivorstand gewählt. Angesichts solcher Beschlüsse muss man sich über Kirchenaustritte und eine Vertrauenskrise der Amtskirchen sicher nicht wundern.

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