Aktuelles / Donnerstag, 18.November.2010

Kuschel-und Appeasementpädagogik in NRW

In einem Ratgeber der Bezirksregierung Münster (CDU-Regierungspräsident) zum Thema „Gewalt gegen Lehrer“  kommen diese in den Genuss  praktischer Lösungsvorschläge mit dem Ziel, ein konsequentes Durchgreifen gegen jugendliche strafmündige Kriminelle möglichst zu vermeiden.

So wird den Lehrern bei erfolgten Sachbeschädigungen geraten, darüber mit der Klasse zu diskutieren oder dieses Thema in (natürlich lerninhaltsfreien) Projekttagen, Literaturbesprechungen und neu zu installierenden Arbeitsgemeinschaften „aufzuarbeiten“.
 
Bei Körperverletzungsdelikten (Reizgas im Unterricht) seien erzieherische Maßnahmen vorrangig anzuwenden, d.h. der  Individualität und den Motiven des Täters müsse Rechnung getragen werden. Keinesfalls aber dürfe er gedemütigt oder seelisch verletzt werden, vielmehr sei seine Stärkung und Stabilisierung anzustreben.
 
Würden Lehrer und Lehrerinnen beleidigt, bedroht oder geschlagen, so müssten Person und Tat bei der Aufarbeitung differenziert betrachtet werden. Zwar könne das Delikt keinesfalls toleriert werden, jedoch sei dem Täter „Wertschätzung“ entgegenzubringen. Hierfür seien Mediatoren  oder Beratungslehrkräfte zuständig. Später wären dann „moderierte Gespräche“ zwischen Täter und Opfer (Lehrperson) sinnvoll.

Als Konsequenz aus derartigen Vorfällen wachse aus dem Kollegium möglicherweise die Erkenntnis, dass  viele Fortbildungen (Mediation, Deeskalationsstrategien, Supervision, Coaching usw.) getätigt werden müssten, um der Gewalt von Seiten der Schüler Herr zu werden.

Torsten Lange, Ex-Bundestagsabgeordneter der Grünen und bildungspolitischer Sprecher der Bürgerbewegung pro NRW

Der bildungspolitische Sprecher der Bürgerbewegung pro NRW, der Pädagoge Torsten Lange, bewertete diese Handreichung als Dokumentation der Hilflosigkeit der Altparteien, die sich überdies mit den Ursachen der Probleme nicht beschäftige:

„Laut einer Heidelberger Studie aus dem Jahre 2003 wurden binnen fünf Jahren zwei Drittel aller Lehrkräfte mindestens einmal beschimpft oder beleidigt. 23 % wurden bedroht, 6 % verletzt, wobei diese Rate an Förder- und Hauptschulen deutlich höher lag, Tendenz steigend.In diesen Schulformen haben fast die Hälfte der Lehrkräfte Angst vor Übergriffen gewaltbereiter Schüler.
 
Was diese Studie allerdings vornehm verschweigt ist die Tatsache, dass in diesen Schulformen der sog. Migrationshintergrund bei über 75 % liegt.
 
Die Lösung von Grün-Rot: Auflösung von Haupt-, Realschulen und Gymnasien und Bildung eines Einheitspakets mit dem schönen Namen Gemeinschaftsschule. Deren Lehrer und vor allem Lehrerinnen werden gute Nerven, viel Selbstbehauptung und  Rundumpräsenz im Dienst  brauchen, vor allem wenn sie o.g. Ratschläge befolgen.

Statt der üblichen Kuschelpädagogik bedarf es endlich einer Rückbesinnung auf Schule als Ort der Wissensvermittlung und dem Erlernen von Kulturtechniken. Die von den Altparteien verursachten gesellschaftlichen Probleme, etwa durch eine verfehlte Einwanderungspolitik, können nicht auf dem Rücken der lernbereiten Schüler und völlig überforderter Lehrer gelöst werden. Die Politik hat Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen Pädagogen arbeiten können. Lehrer wiederum müssen die Möglichkeit haben, durch klare Sanktionen den Unterrichtsfrieden herzustellen. Das wird mit Wattebällchen und Betroffenheitspädagogik nicht funktionieren.“