Aktuelles / Freitag, 1.April.2011

Köln: Wieder mal auf dem linken Auge blind … und leider kein Aprilscherz!

In Köln kann man Häuser besetzen, Gesetze brechen  und mit Eigentümern, Stadt und Polizei Katz und Maus spielen – und gewinnt am Ende doch auf ganzer Linie. Natürlich nur, wenn man die “richtige” Gesinnung vorzuweisen hat, in diesem Fall also eine dezidiert linksextreme.

Zu beobachten ist diese kölsche Posse aktuell am besetzten Zentrum in der Wiersbergstraße in Kalk. Nach monatelangem Tauziehen mit der Eigentümerin – der Sparkasse KölnBonn -, Solidaritätsadressen aus der linken Kommunalpolitik an die autonomen Besetzer, einem (in diesem Fall) windelweichen Polizeipräsidium und medialer Betroffenheitsrhetorik mit den “armen braven Besetzern” haben die linksextremen Gesetzesbrecher nun ihr Ziel erreicht: Die eigentlich schon angesetzte Räumung wurde – nach einer politischen Gesprächsrunde mit OB Roters und (fast) allen Fraktionen und Vermittlung des grünen Ratspolitikers Jörg Frank – kurzfristig abgesetzt. Und die Sparkasse “vermietet” das Haus nun zu einem “symbolischen Preis” an die linksextreme Szene von Köln!

Man stelle sich das kurz einmal umgekehrt vor: Autonome Nationalisten und Skinheads würden in Köln ein leer stehendes Haus im Eigentum der Sparkasse besetzen. Daraufhin wird erst einmal gar nichts unternommen. Die Presse berichtet verständnisvoll, die Eigentümerin gibt sich verhandlungsbereit, die Stadt nachdenklich, die Polizei deeskalierend und Kommunalpolitiker der etablierten Parteien verfassen Solidaritätsadressen und verabschieden Unterstützungsresolutionen für die hausbesetzenden Skinheads und Neonazis. Derweil veranstalteten die Skinheads lustige Parties, “verzieren” das besetzte Haus mit Nazisprüchen, machen “Workshops” zur politischen Arbeit und zu Anti-Antifa-Aktionen, und grinsen frech in Pressekameras. Als nächstes verzögert dann die Polizei eine gerichtlich angeordnete Räumung und die Sparkasse gibt – nach einer finalen Verhandlungsrunde zwischen Oberbürgermeister und (fast) allen Fraktionen – auf ganzer Linie nach, worauf die Lokalpresse jubelt: Eskaltion verhindert, engagierte Jugendliche können weiter ihr tolles Projekt betreiben!

Eine Satire, eine Groteske sagen Sie? In Köln leider nur, wenn es sich um Rechtsextreme handelt …