Aktuelles / Mittwoch, 29.Februar.2012

Köln: Türkei verstärkt Einfluss auf Ditib und lässt neuen Vorstand wählen

Die türkische Religionsbehörde Diyanet hat bei ihrem deutschen Ableger Ditib einen neuen Vorstand wählen lassen und dabei auch mehr eigenes Personal untergebracht. Pikantes Detail der Vorstandswahl. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Orhan Bilen, der als maßgeblicher Vermittler im Moscheebaustreit mit dem Architekten Paul Böhm tätig war, gehört dem neu gewählten Gremium nicht mehr an. Warum Ankara offensichtlich das Vertrauen in ihn verlor, ist noch unklar.

Neben dem Vorsitzenden Ali Dere finden sich unter den Vorstandsmitgliedern nun auch ein weiterer Mitarbeiter der Ditib und sogar ein Religionsattaché, der dem türkischen Religionsministerium unterstellt ist. Damit ist der Einfluss Ankaras auf die Türkisch-Islamische-Union deutlich gewachsen.

Jörg Uckermann

Es sei ein bedenklicher Zustand, wenn ein Staat so massiv das Nichteinmischungsgebot missachte, kommentiert der stellvertretende PRO-KÖLN-Fraktionsvorsitzende Jörg Uckermann den Machtwechsel bei der Ditib. „Offensichtlich geht es den türkischen Religionsbeamten darum, die Kontrolle über ihren Ableger Ditib zu verstärken und diesen vielleicht noch mehr dafür zu nutzen, Einfluss auf deutsche Politik auszuüben. Mit Recht ist die Ditib deshalb in Belgien und den Niederlanden verboten und es muss die Frage erlaubt sein, warum sich der Verfassungsschutz dieser Organisation, die einen dem Grundgesetz elementar widersprechenden türkischen Staatsislam in Deutschland etablieren möchte, nicht längst schon angenommen hat.

Gerade im Moscheebaustreit hat sich gezeigt, dass es der türkischen Religionsbehörde keinesfalls darum geht, die Integrationsleistung der hier dauerhaft lebenden türkischen Staatsangehörigen zu verbessern, sondern viel eher um die Stärkung der türkischen Parallelgesellschaft als 5. Kolonne Ankaras mitten in Deutschland. Das ist keinesfalls hinzunehmen und deshalb gilt es, jegliche weitere Einflussnahme der Türkei in Deutschland zu unterbinden.“