Aktuelles / Dienstag, 25.Januar.2011

Köln: Publizist Henryk M. Broder stimmt in Kritik an „Klagemauer“ auf der Domplatte ein

Mehr als ein Arbeitskreis war es bisher nicht, was sich Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) gegen die mit antisemitischen Inhalten gespickte Klagemauer auf der Domplatte einfallen ließ. Dies kritisiert nun auch der bekannte Journalist und Publizist Henryk M. Broder in einem Artikel in der Tageszeitung „Die Welt“. Als typisch für Köln bezeichnet es Broder darin, dass Oberbürgermeister Roters Aktivität vortäusche und lediglich aus kosmetischen Gründen eine Resolution gegen die Klagemauer auf den Weg brachte, die sich im Kern gegen seine eigene Untätigkeit richtet. Diese wurde von der Bürgerbewegung pro Köln ebenfalls immer wieder angeprangert und Broders Schützenhilfe in dieser Sache kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.

Denn wie ernst es Roters tatsächlich um ein Verbot der „Klagemauer“ auf der Domplatte ist, wird sich spätestens in der nächsten Ratssitzung zeigen, wenn zum wiederholten Male ein Antrag der Fraktion pro Köln auf der Tagesordnung steht, der genau ein solches Verbot zum Inhalt hat. Bisher konnte Roters seine Koalitionäre aber aus undurchsichtigen Gründen nicht dazu bewegen, dem zuzustimmen.

Broders Unterstützung für das einzig von pro Köln mit ernsthaftem politischem Anspruch geforderte Verbot der „Klagemauer“ dürfte im historischen Rathaus nicht auf viel Freude stoßen. Die ist bei der Bürgerfraktion dafür aber umso größer.

Judith Wolter, Vorsitzende der Fraktion pro Köln im Rat der Stadt Köln

„Der von mir sehr geschätzte Henryk M. Broder macht unmissverständlich deutlich, wie unerträglich die zur Schau gestellte Untätigkeit des Oberbürgermeisters in dieser wichtigen Angelegenheit ist.“, äußert die pro-Köln-Fraktionsvorsitzende Judith Wolter. Weiter sagt Wolter: „Ich bin Herrn Broder deshalb für seine Unterstützung unserer Position sehr dankbar. Schon beim ersten Kölner Anti-Islamisierungskongress im Jahr 2008 sprach Broder mutig aus, was sich viele nur leise zu denken trauten: Die Linksextremisten und die sogenannte Antifa, die damals mit Gewalt gegen die Polizei und die Kongressteilnehmer vorgingen, seien die ‚rote SA‘ von heute. Und auch heute kämpft Broder wieder couragiert für seine Überzeugungen.

Es würde dem Oberbürgermeister gut zu Gesicht stehen, wenn er sich Broders Äußerungen zu Herzen nehmen würde. Eine Zustimmung für unseren Antrag wäre dann die logische Konsequenz. Alles andere passt zwar in die öffentliche Wahrnehmung eines mit seinem Amt überforderten Oberbürgermeisters, der mit Minderheiten ohnehin gewisse Schwierigkeiten zu haben scheint. Dem Anspruch unserer Stadt als weltoffene Metropole wird dies aber sicherlich nicht gerecht.“