Aktuelles / Freitag, 17.Dezember.2010

Köln: JU-Nachwuchs muss Lustreise nach Berlin absagen

Früh übt sich, was ein echter Politiker werden will. Gerade in der Stadt Köln gibt es ja genug Beispiele, wie Vorteilsnahme und Klüngel als Kernmerkmale der Politik gelebt werden. Da möchte auch der Nachwuchs der berüchtigten Kölner CDU nicht zurückstecken und da Berlin schon immer eine Reise wert war, wollten es die Polit-Youngsters mal so machen wie die Großen. Um das eigene Portemonnaie und das ihrer Abgeordneten zu schonen, deklariert man das Ganze zur „Bidlungsreise gegen Linksextremismus“ (wir berichteten), die der Steuerzahler zu hundert Prozent finanzieren sollte. Die zuständige Ministerin Schröder (CDU) war hierfür nun der beste Ansprechpartner, um die Sache durchzuwinken. Doch es kam anders.

Die postpubertären Funktionäre ließen die Öffentlichkeit über ihre wahren Absichten nicht im Unklaren und propagierten wohl auch mangels Teilnehmer das Ganze zu einer Art Luxusreise mit etwaigen Besuchen in Berliner Nobeldiscotheken (ohne eigenen Kostenbeitrag!). Dumm nur, dass die zur Sekte geschrumpften JUler nicht nur Freunde haben. Die Ministerin bekam davon Wind und machte dem ganzen Unfug ein Ende, sodass die Herrschaften nun zu Hause bleiben müssen und gegebenenfalls beim Schneeschaufeln helfen können.

Gereon Breuer

Dazu erklärt der Pro-Köln-Politiker Gereon Breuer, seines Zeichens ehemaliger Kreisvorsitzende der Jungen Union: „So etwas war zu meinen Zeiten undenkbar. Bildungsreisen wurden zur Vermittlung von politischen Inhalten genutzt, um den weiteren zersetzenden Linkstrend in unserem Land zu stoppen. Dass die Schrumpfunion offensichtlich versucht, auf diese Art und Weise ihre Funktionäre zu belohnen und an neue Mitglieder zu kommen, finde ich beschämend. Es täte den JU-Pennälern zur Abwechslung sicherlich einmal gut, es zur Horizonterweiterung mit Arbeit zu versuchen wie beispielsweise in einem Altenpflegeheim.

Und wenn sie sich schon über das Thema Linksextremismus informieren wollen, dann sei ihnen einfach ein kostengünstiger ein Besuch der Kölner Ratssitzungen empfohlen, wo ihre Mutterpartei CDU gerne schon mal gemeinsame Resolutionen mit der extremistischen Linkspartei verabschiedet und freundschaftlich mit Salonbolschewisten vom Format eines Jörg Detjen verkehrt. Das spendieren der nötigen alkoholischen Getränke im Anschluss daran übernimmt dann auch gerne die Jugend pro Köln!“