Köln: CDU und SPD: Echte Fründe stonn zesamme!
Aktuelles, Landesweit, Regional, Top-Themen / Donnerstag, 19.April.2018

Köln: CDU und SPD: Echte Fründe stonn zesamme!

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Regeln und Gesetze in der viertgrößten
deutschen Stadt des Öfteren geknetet und gebogen werden bis sie letztendlich
passen. Dieses Phänomen wird gerne mit dem Begriff „Kölner Klüngel“ umschrieben,
doch das ist eine Verniedlichung.
Ein Gemeinwesen, in dem Gesetzesmacher nicht selten Gesetze nur als Richtschnur
für die anderen begreifen, in dem sich CDU und SPD wie Staatsparteien, aber ohne
jegliches staatsbürgerliche Bewusstsein verhalten, ist gemein im gebräuchlichen
Sinne des Wortes.
In Köln vereint sich mal wieder Landschaftspflege und Korruption auf seltsame
Weise. Leben und leben lassen, sagen die Kölner gerne. Das Umgehen von Moral
und Regeln gilt als besonders pfiffig. Beim Helfen kommt es, gar nicht darauf an, wer
zu welcher Altpartei gehört: Die Sieger lassen die Verlierer nicht verkommen, denn
unten kann ja bald schon wieder oben sein. So teilen CDU und SPD das Terrain
untereinander auf. Hier ein gut bezahlter Posten, dort ein schöner Auftrag.

Martin Börschel

Aktuell geht es in Köln um Martin Börschel. Der SPD-Fraktionschef galt lange Jahre
als mächtigster Mann und Strippenzieher der Kölner Kommunalpolitik. Doch nun geht
Börschel mit einem Jahresgehalt von 400.000 Euro zu den Stadtwerken. Peinlich ist
nur, dass Börschel den Job bei den Stadtwerken, den es bisher nicht gab, als
Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke für sich selbst mit kreiert hat.
Nun hat der langjährige SPD-Fraktionschef seine soziale Frage endgültig gelöst.
Wieder einmal hat ein etablierter Kommunalpolitiker, dazu noch einer der mit den
Stadtwerken stark verwoben ist, eine lukrative Position ergattert, ohne dass eine
vernünftige Ausschreibung stattgefunden hat. In Köln gilt halt nach wie vor die
Parteibuchwirtschaft!
Lukrative Positionen werden nicht primär nach Qualifikation oder Leistung vergeben,
sondern nach dem richtigen Parteibuch. Selbstverständlich hat auch die Kölner CDU
den Wechsel von Börschel zu den Stadtwerken mit abgesegnet. Echte Freunde
stehen halt zusammen!
Nahezu zeitgleich kam heraus, dass die CDU Politikerin Andrea Horetzky dank
besonderer Beziehungen zur Stadt Köln für ihr 10-Zimmer Hotel 84 Monate lang mit
jeweils mehr als 32.000 Euro aus der Stadtkasse rechnen kann – insgesamt also mit
mehr als 2,5 Millionen Euro. Horetzky stellte ihr heruntergekommenes Hotel als
Unterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung und bekam hierfür von der Stadt Köln
Sonderkonditionen. Der Steuerzahler muss die Zeche zahlen!

Unverständlich ist, dass sich in einer solchen Zeit der Landschaftspflege und des
Klüngels in Köln die freiheitliche Opposition in Gestalt von PRO Köln aus der
politischen Arena verabschiedet hat. Allein mit den Fällen Börschel und Horetzky
könnte man locker eine öffentlichkeitswirksame Kampagne gegen die verbrauchten
Altparteien in der Stadt starten. Auch von der AfD hört man in Bezug auf das
skandalöse Gebaren der Altparteien in der Stadt relativ wenig.
Es wird halt hingenommen, dass die Altparteien von ihrer guten Sache so überzeugt
sind und glauben ihre Ziele seien so hervorragend und gut, dass man sich locker
über geltendes Recht, aber auch über Moral und Anstand hinwegsetzen kann.

Armes Köln!

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