Aktuelles / Donnerstag, 1.September.2011

Keine Zwangsquotierung an Universitäten

Was die grüne Hochschulexpertin, Ruth Seidl, mit der neuen Hochschulgesetznovelle angekündigt habe, so die PRO-KÖLN-Fraktionsvorsitzende Judith Wolter, das sei die Klassenkampf-Rhetorik von vorgestern. Es gebe, entgegen den Behauptungen der Landesregierung, keine „festgezurrten Männer-Seilschaften“ an den Universitäten. Die geplante Quotenregelung, um Frauen in Professuren zu bekommen, so Wolter, sei eine Zwangsmaßnahme, die an Sozialismus erinnere und nichts mit Gleichberechtigung zu tun habe. PRO NRW lehne sie deshalb ab.

Rechtsanwältin Judith Wolter

Die zwanghafte Quotierung sei lebensfern und schade nicht nur dem Wissenschaftsbetrieb, so die Rechtsanwältin Judith Wolter:

„Was Frau Seidl hier vom Stapel lässt, das ist uralter feministischer Klassenkampf. In den Unis verteidigen geheime Männerbünde angeblich zäh ihre Macht und lassen keine Frauen hoch kommen. Das ist absoluter Unsinn, ideologisch motiviert und für den Wissenschaftsbetrieb kontraproduktiv. Zunächst einmal ist aus der Sicht der PRO BEWEGUG festzustellen: Politik hat nach unserem Verständnis nicht die Aufgabe, Menschen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben.

Wenn 17 % der Professuren nur mit Frauen besetzt sind, dann ist das eben so. Über die Einstellung von Wissenschaftlern entscheidet unserer Auffassung nach die Qualifikation. Sonst nichts. Die Politik hat nicht den Pädagogen zu spielen, der dafür sorgt, dass endlich mehr Frauen in diese Stellung herein wollen sollen.

Problematisch sind im Wissenschaftsbetrieb ganz andere Dinge: etwa die Verschulung durch den Bologna-Prozess, große Bürokratie, viel zu viele Prüfungen und daraus folgend die Tatsache, dass sich Wissenschaftler kaum mehr um Forschung und Lehre kümmern können. Hierüber hätte sich die rot-grüne Landesregierung lieber Gedanken machen können, als mit der kommenden Hochschulgesetznovelle für sozialistische Zwangsquotierung zu sorgen.“