Aktuelles / Mittwoch, 11.Februar.2015

Karneval und die Angst

Gestörte Vorfreude“, so schreibt die Aachener Nachrichten In Düsseldorf wollen sich Rechte unter die Narren mischen.“

Wolfgang_Palm_neuEin Kommentar von Wolfgang Palm

Nach den abscheulichen islamistischen Anschlägen von Paris vermischen sich die Gefühle von Wut, Anteilnahme und Sorge darüber, welche gesellschaftlichen Auswirkungen hieraus erwachsen können. Keiner wird zum jetzigen Zeitpunkt eine sichere Prognose abgeben können und wollen. Terror, egal ob aus rechts-, links- oder religiös-extremistischen Gründen, ist menschenverachtend. Und ebenso nicht kalkulierbar. Was bleibt, ist eine undefinierbare Form der Angst: Wie konkret ist die Gefahr für uns und unsere Familien?

Sollen wir, in Verantwortung zu unseren Kindern, überhaupt noch Karneval feiern?

Meine Antwort hierauf ist: Ja!

Lasst uns Karneval feiern. Die Straßenumzüge – und so auch in Düsseldorf – sollen Spaß machen. Die „fünfte Jahreszeit“ findet trotz, oder jetzt erst recht, wegen der Drohungen statt. Pappnasen, Masken und Verkleidungen bringen Farbe in den trüben Alltag. Dem Winter schon vorab ein Adieu zurufen oder in Vorahnung karger Wochen als gelebte christliche Fastenzeit. Karneval ist ein gelebtes Volksfest für Alle. Auch für politisch Andersdenkende.Die Andersdenkenden dürfen selbstverständlich Karneval feiern – auch die Anhänger der sogenannten Pegida-Bewegungen und deren Gegner.

Schon seit einigen Jahren haben verkleidete Narren ihre Kreativität zur Schau gestellt. Trunkene Bischöfe tanzten mit kurz beschürzten Krankenschwestern und Mönche mit Turban-tragenden Arabern.

Wie erkennt man nun die sogenannten „Rechten Narren“, die auch am Straßenkarneval teilnehmen möchten? Nach Lesart der Aachener Nachrichten werden diese nun vom verkleideten Scheich zum Sprengstoff -tragenden Terroristen aufrüsten. Und den Pegida-Demonstranten erkennt man sicherlich an seiner Salafisten- oder Mohammed-Verkleidung?

Eine solche Kostümierung ist angeblich von einer Pegida-Strippenzieherin empfohlen worden. Was für ein hanebüchener Unsinn. Wer kann solch eine Empfehlung aussprechen?

Zur Klarstellung: Wer dies oder ähnlichen Unsinn öffentlich propagiert und bewirbt, der soll bitte sein eigenes Süppchen kochen. Und die Konsequenzen daraus ziehen, „mit einer Sprengstoffgürtel-Attrappe“ von der Polizei festgenommen zu werden. Das war es dann mit Karneval. Die Sinnhaftigkeit erschließt sich mir nicht. Und – da bin ich mir sicher – auch nicht den (Vorstands)-Mitgliedern der Bürger- und Grundgesetz Partei PRO NRW!

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