Aktuelles / Mittwoch, 9.Februar.2011

Judith Wolter: „Wir brauchen keine Quoten!“

Die rot-rot-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen startet jetzt eine Bundesratsinitiative für eine Frauenquote in Aufsichtsräten. Für börsennotierte Unternehmen ist demnach mit sofortiger Wirkung eine gesetzliche Mindestquote für Frauen von 30 % vorgesehen, die nach fünf Jahren auf 40 % erhöht werden soll. Die von der Landesregierung angepeilte Gleichberechtigung von Mann und Frau würde, so Judith Wolter (Pro NRW), mit dieser Maßnahme nicht erzielt werden. Für die Vergabe von Aufgaben dürfe einzig und allein die Eignung maßgeblich sein, aber nicht das Geschlecht oder die Herkunft.

Judith Wolter, Fraktionsvorsitzende im Kölner Stadtrat und Pro-NRW-Präsidiumsmitglied

„Es ist wirklich interessant, was hier im Namen der Gleichberechtigung so alles beschlossen wird. Quoten sind grundsätzlich ein ungeeignetes Mittel zur Gleichstellung; ganz egal ob es sich um eine Frauenquote, um eine Migrantenquote oder irgendeine Minderheitenquote handelt. Der Begriff Gleichstellung oder Minderheitenförderung ist längst zu einer Lobbypolitik verkommen. Wer Gleichstellung oder Minderheitenförderung beschließt, will in Wirklichkeit besser behandelt werden“, so Wolter.

Diese Vorgehensweise sei aber im Kern diskriminierend und ungerecht: „Ich möchte als Frau nicht einen Job bekommen, weil ich eine Frau, sondern weil ich dafür geeignet bin. Alles andere ist rechtlich und moralisch fragwürdig.“

Die Bürgerbewegung Pro NRW lehne aus diesem Grund die Initiative ab: „Wir müssen endlich das politisch korrekte Denken einer politischen Klasse überwinden, die hauptsächlich aus Pädagogen zu bestehen scheint und ihre Aufgabe offensichtlich darin sieht, die Bürger zu erziehen. Wir Frauen brauchen aber keine eigenen Gesetze und Quoten. Vielmehr benötigen wir gesamtgesellschaftlich ein kreatives Milieu, in dem sich Talente frei entfalten können und weniger Bevormundung.“