Aktuelles / Donnerstag, 18.Mai.2017

Hunderte Schulgebäude in NRW verrotten regelrecht!

Video „Marode Schulen“ auf wdr.de (zum Ansehen klicken)

Für ein reiches Bundesland wie NRW ist es der Zustand vieler seiner Bildungseinrichtungen ein Skandal sondergleichen. So war kürzlich in den Oberhausener Lokalmedien zu lesen, dass an einer Realschule in der Stadt während des Unterrichts plötzlich Deckenplatten auf den Boden krachten. Die verdutzten Schüler hatten noch einmal Glück, keiner kam zu Schaden.

Dies ist jedoch kein Einzelfall! Immer häufiger berichten Eltern, dass ihre Kinder vor und während des Schulvormittages nichts mehr trinken, weil sie nicht möchten, dass sie auf die verdreckten Schultoiletten gehen müssen. Entweder weil die Toiletten in einen untragbaren Zustand sind oder weil einige Schulen dazu übergegangen sind, Toilettenbenutzungsgebühren zu verlangen. Anders wissen  sich die Schulen teilweise nicht mehr zu helfen, sie wollen nunmehr auf diesen Weg Geld zusammen kratzen, um die Toiletten einigermaßen sanieren zu können.

Insbesondere an den Ruhrgebietsschulen finden sich immer öfter – entgegen aller Vorgaben der Haftpflicht – auch Eltern, Lehrer und Schüler zusammen, um die aller- schlimmsten Mängel in Eigenregie zu beseitigen: Türen streichen, Wände tünchen, undichte Fenster notdürftig abdichten. Die Schulträger haben oft kein Geld dafür. Der Asyltsunami hat zuletzt dafür gesorgt, dass viele der klammen Kommunen kaum noch Geldmittel für die Sanierung ihrer Bildungseinrichtungen zur Verfügung stellen konnten.

Viele Schulen in NRW befinden sich in einen schlimmen Zustand: Ab Herbst und dann über Winter bis in die frühen Frühjahrswochen streiken immer öfters die veralteten Heizungsanlagen. In vielen Schulen sind Turnhallen nur noch beschränkt oder gar nicht nutzbar, weil der Unterbau der Schwingböden morsch ist. Oftmals treten hinter den Decken- und Wandverkleidungen oder unter den Fußböden weiterreichende Probleme wie Schimmelbefall oder Nässe durch undichte Flachdächer auf. Öffentliche Fassaden müssen an den Schulhäusern wegen herabfallender Teile abgesperrt werden. Viele Schulen klagen über schlecht schließende oder sogar aus der Wand kippende Tür- und Fensterrahmen. Es besteht in NRW ein Sanierungsbedarf in Höhe eines zweistelligen Milliardenbetrages. Der Duisburger Oberbürgermeister fragte den Bedarf an allen Schulen der Stadt ab und kommt auf eine Summe von weiter über 300 Millionen Euro allein für die Duisburger Schulen.

PRO NRW fordert von der neuen Landesregierung ein Investitionsprogramm zur Unterstützung der Kommunen im Hinblick auf die Sanierung der Bildungseinrichtungen. Wer Milliardensummen für Asylsuchende ohne Bleibeperspektive verschleudern kann, sollte auch in der Lage sein, wenigstens unsere Schulen wieder in einen erträglichen Zustand zu versetzen.

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