Regional / Montag, 30.September.2013

Hamm: Neues Beschneidungsurteil!

Am vergangenen Mittwoch veröffentlichten die Gerichtsakten des OLG einen Richterspruch, dereiner Mutter untersagt, ihren sechsjährigen Sohn beschneiden zu lassen. Die Richter unterstützen damit eine wegweisende Entscheidung des Dortmunder Amtsgerichtes, welches die Beschneidung ohne medizinische Begründung nicht zugelassen hatte.

Der zuständige Familiensenat beklagte, dass die Mutter das Kindswohl ihres Sohnes nicht berücksichtigt haben könne. Die Entscheidung zu einer Beschneidung sei ohne Einverständnis des Knaben gefallen. Zwar sei ein Junge seines Alters noch nicht in der Lage, diese Frage selbst zu entscheiden. Arzt und Mutter müssen aber nach Auffassung der Richter je nach Alter und Reifestand mit dem Kind reden und seine Wünsche und Vorlieben in die Entscheidungsfindung einbeziehen. In dem vorliegenden Fall sei das nicht geschehen.

Die geplante Beschneidung war Streitpunkt des geschiedenen Elternpaares. Zur Begründung führte die aus Kenia stammende Mutter die kulturellen Riten ihrer Heimat an. Ihr Sohn sollte bei Besuchen in Kenia als vollwertiger Mann angesehen werden. Das Gericht aber sah darin keine Rechtfertigung. Der Lebensmittelpunkt der Familie sei in Deutschland, Aufenthalte in Kenia seien selten möglich und das Kind christlich getauft worden. Eine Beschneidung hätte dem psychischen Wohl des Kindes geschadet.

Zu dieser Entscheidung äußerte sich der Hammer PRO-NRW-Kreisvorsitzende und Stadtrat, Gerald Thörner:

„Wir von PRO NRW begrüßen diese Entscheidung des Hammer Oberlandesgerichtes. In Deutschland ist es gang und gäbe, dass das Kindswohl unantastbar ist. Die schrecklichen Schmerzen bei einer Intimbeschneidung mit heimatlichen Riten zu begründen entbehrt nicht zuletzt einer gewissen ironie, da wir uns in Deutschland befinden, und hier unsere kulturellen Werte und unsere Gesetze Vorrang haben!“

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