Regional / Dienstag, 7.September.2010

Gelsenkirchen: Widerstand gegen die Einheitsschule

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hatte es bereits bei den Koalitionsverhandlungen angekündigt. Die neue rot-rot-grüne Landesregierung will das differenzierte Schulsystem abschaffen und steuert auf eine Einheitsschule zu. In den Kommunen wolle man den Boden für die Einheitsschule schaffen. In Gelsenkirchen kündigte der Stadtverordnete und Bezirksverordnete West Kevin Hauer (pro NRW) jetzt den entschiedenen Widerstand gegen diese Pläne an.

Im Stadtbezirk West soll in Gelsenkirchen nach dem Willen der Altparteien ein Modellprojekt GEMEINSAM LÄNGER LERNEN gestartet werden. Nach Ansicht von Kevin Hauer handelt es sich um die Vorbereitung der Einheitsschule auf kommunaler Ebene. In seiner Rede vor der Bezirksvertretung bekräftigte Hauer die Zielsetzung seiner Partei: „Für die Bürgerbewegung pro NRW sage ich hier ganz deutlich: Wir wollen das gegliederte Schulwesen erhalten, wir sind für eine Eliteförderung auf der einen Seite und auf der anderen Seite für eine Förderung von intellektuell weniger begabten, praktisch orientierten Schülerinnen und Schüler.“

Kevin Gareth Hauer, pro-NRW-Fraktionsvorsitzender im Gelsenkirchener Stadtrat

In Wahrheit, so Hauer, handele es sich bei dem Modellprojekt um weit mehr als schulische Dinge. Hier wolle man auf kaltem Wege die Folgen der gescheiterten Integrationspolitik ausgleichen: „Sie geben ja in der Beschreibung der Ausgangslage selbst zu, dass es nicht nur um Schule, sondern vor allem um integrationsfördernde Impulse ginge. Die gut 100.000 Euro sind dann eben vor allem Integrationskosten. Und das ist nur der Betrag für einen Bezirk.“

Hauer wies in seiner Rede auf die jüngste Veröffentlichung von Thilo Sarrazin hin: „Wenn Sie sich einmal die Mühe gemacht hätten und das Buch von Thilo Sarrazin gelesen hätten, dann müssten Sie einsehen, dass solche allein finanziellen Bemühungen in der Integration nichts bringen. Die Migranten müssen, wenn sie in unserem Land leben wollen, sich schon selbst um den Erwerb von deutscher Sprache und Kulturtechniken bemühen. Ansonsten sind sie hier fehl am Platz.“