Aktuelles / Mittwoch, 26.November.2014

Frauenarbeitskreis nimmt Arbeit wieder auf

Wolter_MTÜ_polaroidAuf Einladung der PRO-NRW-Schatzmeisterin Judith Wolter hat der Frauenarbeitskreis der Bürgerbewegung nach längerer Pause am seine Arbeit wieder aufgenommen. Neben einigen grundsätzlichen richtungsweisenden Beschlüssen durften die Teilnehmerinnen der Veranstaltung am letzten Wochenende ein Impulsreferat der Regierungsrätin a.D. Gabriele Mathieu aus Aachen zum Thema „Wir brauchen eine rechte Frauenbewegung“ hören.

Mathieu machte in ihrem Vortrag deutlich, dass 40 Jahre linker Frauenbewegung keine signifikante Verbesserung der Lage von Müttern gebracht hat. Zwar sei dieser Frauenbewegung in der Analyse der Situation in weiten Teilen zuzustimmen, es würden aber aus dieser Analyse die falschen Konsequenzen gezogen.

Während in der Schul- und Berufsausbildung Frauen und Männer heute tatsächlich gleichberechtigt seien, entstünde nach der Geburt eines Kindes im Regelfall nach wie vor eine Situation der Abhängigkeit der Frau vom Einkommen des Ehegatten oder Partners. Diese Abhängigkeit setzt sich sodann in den meisten Fällen bis zum Rentenalter fort.

ZsfeS_FB_Kampagne_PRO_17_neuHieraus jedoch den Schluss zu ziehen, die Frau müsse die Rolle des Mannes so weit wie möglich übernehmen und ihre Erwerbstätigkeit trotz Geburt eines Kindes möglichst lückenlos fortsetzen, sei familien- und gesellschaftspolitisch ein Fehler, so die Juristin Mathieu. Darin stimmten ihr die anwesenden Frauen uneingeschränkt zu.+

Das Selbstbestimmungsrecht der Frau und Mutter müsse an erster Stelle stehen. Nur, wenn Frauen sich frei entscheiden könnten, ob sie Familie und Beruf vereinbaren oder sich ganz der Kindererziehung widmen möchten und hierfür keine Nachteile zu erleiden hätten, würden sich wieder mehr Frauen für Kinder entscheiden. Dies muss das Ziel der PRO-Bewegung sein, denn in diesem Punkt hätten Konservative und Kirchen bisher kläglich versagt, denn diese hätten der Forderung der Linken nach einer möglichst umfangreichen, nicht am Kindeswohl, sondern allein an der Erwerbstätigkeit der Frauen orientierten Kinderbetreuung bisher nichts entgegenzusetzen gehabt.

In Frage kämen aber durchaus alternative Modelle der Familienförderung, durch die Frauen weniger in die Abhängigkeit ihrer Partner geraten als es derzeit der Fall ist, was einseitige Instrumente der Förderung der sog. „Hausfrauenehe“ wie z.B. das Ehegattensplitting und die Familiensozialversicherung bewirken.

In Frage käme beispielsweise ein vom Einkommen des Ehemannes unabhängiges Müttergehalt, durch das die Frau auch eigene Anwartschaften in der Rentenversicherung erwirbt.  Gleichzeitig müsste aber trotzdem das System der Kinderbetreuung weiter ausgebaut werden, damit die Frauen, die sich trotz Familie für eine Berufstätigkeit entscheiden, hierzu die Möglichkeit bekämen. Allerdings müsste die Qualität vieler Kindertagesstätten deutlich verbessert werden.

Zu diesem Themenbereich will der Frauenarbeitskreis in den kommenden Monaten konkrete Forderungen entwerfen, die sodann der Parteiöffentlichkeit vorgestellt und von der Mitgliedschaft beschlossen werden sollen.

Geplant sind regelmäßige Treffen und die Behandlung verschiedener Themen, vor allem aus dem Bereich der Familienpolitik.