Landesweit / Mittwoch, 28.August.2013

Fleischindustrie: Ausbeutung an der Tagesordnung

Eine Sonderkontrolle in der nordrhein-westfälischen Fleischindustrie fördert erschreckende Fakten zu Tage: Viele zu lange Arbeitszeiten, undurchsichtige Verträge, haarsträubende Zustände. Ein Hauptproblem sind zudem ausländische Billiglöhner.

Verstöße gegen den Arbeitsschutz seien an der Tagesordnung. In unzähligen Fleisch-Großbetrieben wurden ausufernde Arbeitszeiten, intransparente Werkverträge mit Billigkräften aus dem Ausland und unzureichende gesundheitliche Zustände aufgedeckt. Das ergab eine gesondert angesetzte Kontrolle der staatlichen Arbeitsschutzverwaltung.

NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider zeigte sich besorgt: „Es gibt keine Großen, wo nichts festgestellt wurde. Alle verstoßen gegen Gesetze.“ Der Minister will nun die Möglichkeit der Offenlegung der Sünder prüfen

Bei der Sonderaktion wurden 24 Großbetriebe und 27 Werkvertragsnehmer überprüft. In der absoluten Mehrheit dieser Fälle wurden Arbeitsschutzmängel festgestellt, darunter Arbeitszeiten von bis zu 13,5 Stunden täglich. Gekoppelt daran: Eine unterirdische Bezahlung, welche durch die Beschäftigung von ungelernten Migranten gedrückt wird.

„In einem Unternehmen wurden mehr als 300 Verstöße in einem Monat gegen die werktägliche Arbeitszeit festgestellt“, so SPD-Minister Schneider. Mit diesen Fällen muss sich nun die nordrhein-westfälische Justiz beschäftigen.

Zu diesen Erkenntnissen äußerte sich der PRO-NRW-Parteivorsitzende, Rechtsanwalt Markus Beisicht:

Rechtsanwalt Markus Beisicht

Rechtsanwalt Markus Beisicht

 

„Derartige Zustände für Arbeitnehmer in Deutschland sind absolut unhaltbar. Hier ist der von rot-grüner Seite so oft gepriesene „Sozialstaat“ in der Pflicht. Ehrliche Arbeit muss an akzeptable Arbeitsbedingungen und fairen Lohn gekoppelt sein, dies sind wir unserer werktätigen Bevölkerung schuldig.

Gerade die Schwemme von ungelernten Billigkräften mit Migrationshintergrund stellt eine Bedrohung für unser Sozialgefüge dar. Die NRW-Regierung muss das dadurch verursachte Lohndumping endlich stoppen!“

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