Aktuelles, Regional / Donnerstag, 22.Oktober.2015

Essen: Keine Misshandlung von Asylbewerbern!

Gestern hat das Essener Amtsgericht zwei Security-Mitarbeiter nach einer umfangreichen Beweisaufnahme vom Vorwurf der Misshandlung von Asylbewerbern freigesprochen.

Die beiden Mitarbeiter waren öffentlichkeitswirksam beschuldigt worden, im September 2014 willkürlich auf Asylbewerber aus dem arabischen Raum eingeschlagen zu haben, die im Flüchtlingsheim im Opti-Park untergebracht waren. Die Vorgänge gingen damals über Wochen durch die Medien und die beiden Beschuldigten wurden schon vor Prozessbeginn vorverurteilt und stigmatisiert. In der Hauptverhandlung verwickelten sich die vermeintlichen Opfer dann in diverse Widersprüche. Die Anschuldigungen erwiesen sich als nicht glaubhaft. Ganz erhebliche Abweichungen hat es vor dem Amtsgericht bei den Aussagen der angeblich Misshandelten gegenüber ihrer Vernehmung bei der Polizei gegeben. Die Art der Verletzungen unterschied sich ebenso wie Zielrichtung der Tritte und Schläge. Plötzlich wurden aber auch andere Sicherheitskräfte als Täter genannt, von denen vorher nie die Rede war. Auch Atteste, die es angeblich gab, waren bei Polizei und Staatsanwaltschaft nicht eingereicht worden. Sechs Tage verhandelte das Gericht, ehe es zu den Freisprüchen kam. Das Amtsgericht versuchte dann noch, zu ergründen, was die Asylbewerber veranlasst haben könnte, seit über einem Jahr an ihrer vermeintlichen Opferrolle festzuhalten. Es könnte ihre Verärgerung gewesen sein, weil die Wachleute im Gebäude die Hausordnung durchsetzen wollten. Letztendlich ließen sich die Motive für die offenbar haltlosen Anschuldigungen nicht mehr ergründen.
Zum Essener Freispruch erklärt die PRO NRW-Kreisvorsitzende und Stadträtin Tina Öllig:

„Der gestrige Freispruch für die Wachleute stellt eine schallende Ohrfeige insbesondere für unsere Medien dar, die die Beschuldigten schon vor Abschluss des Verfahrens medial verdammten und stigmatisierten. Die Empörungswelle in Essen vom September 2014 wurde also durch offensichtlich falsche Beschuldigungen verursacht. Ich vermisse ein Wort der Entschuldigung von Medien und den Vertretern der etablierten politischen Parteien, die allesamt die Wachmänner vorschnell verdammt und verurteilt hatten. Immerhin funktioniert unser Rechtsstaat wenigstens in Teilen noch!“

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