Essen: Amigo- und Vetternwirtschaft blüht!
Aktuelles, Regional, Top-Themen / Dienstag, 13.Juni.2017

Essen: Amigo- und Vetternwirtschaft blüht!

Man gönnt sich ja sonst nichts! Der Essener Bürgermeister Thomas Kufen (CDU) lud Ratskollegen zu einem Luxusessen für 2.600 Euro ein. Politiker der Essener Altparteien ließen es sich beim Städtetag in Nürnberg mal so richtig gut gehen.

 

Am Ende stand auf der Rechnung des gehobenen Nürnberger Restaurants eine Summe von 2.655 Euro. Übernommen wurde die Rechnung von Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) ausgestellt war sie aber auf die Stadt Essen. Also sollte offensichtlich der Steuerzahler das üppige Mahl der Essener Kommunalpolitiker begleichen.

Die Kommunalpolitiker ließen es sich richtig gut gehen. Neun mal wurde der Haus-Aperitif für je 17 Euro bestellt. Daneben gönnten sich die stressgeplagten Politiker acht Flaschen Edelwein für insgesamt 685 Euro. Es wurde dann 14 mal ein „kleines Menü“ zum Preis von 122 Euro in Auftrag gegeben. Die Essener Kommunalpolitiker besuchten auf Einladung des Oberbürgermeisters Kufen am 30. Mai das Restaurant „Essigbrätlein“ und seine zwei-Sterne-Küche, diese gilt als hochklassig. Das Festmahl auf Kosten des Steuerzahlers haben auf Einladung von Thomas Kufen unter anderem die Bürgermeister Rudolf Jelinek (SPD) und Franz-Josef Britz (CDU), sowie der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Schöneweiß und auch die Ratsfrau Ezgi Bilge Güyildar (Linke) genossen.

Die Pressesprecherin vom Essener Oberbürgermeister Kufen Silke Lenz erklärte nun, dass es sich um eine private Einladung an die Politiker gehandelt habe. Angesichts der desaströsen Kassenlage der Stadt Essen dürfte das Verhalten der Kommunalpolitiker mehr als sonderbar sein. Die Einladung zu dem Luxusessen wurde zudem mit offiziellem Briefkopf der Stadt Essen verschickt. Die Rechnung über 2.655 Euro wurde auf die Stadt Essen ausgestellt und ausgezahlt. Kufen, der angeblich eine private Einladung ausgesprochen haben soll, speiste selbst gar nicht mit sondern verbrachte den Abend bei den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und der FDP in Düsseldorf. Die persönliche Referentin des OB, Sabine Ginko soll die üppige Rechnung mit ihrer privaten Kreditkarte beglichen und am nächsten Tag ihrem Chef den Beleg vorgelegt haben. Nachdem der Skandal publik geworden war, soll der Oberbürgermeister die Kosten dann aus eigener Tasche bezahlt haben.

Den Insidern ist jedoch klar, dass der OB den Abend ursprünglich als offiziellen Termin verbuchen und die Rechnung der klammen Stadtkasse aufdrücken wollte. Regel und Gesetze werden in Essen des Öfteren geknetet und gebogen bis sie passen. Das Umgehen von Moral und Regeln gilt bei den Essener Altparteien als besonders pfiffig. Beim Helfen untereinander kommt es auch gar nicht darauf an, wer zu welcher Partei gehört: Die Sieger lassen die Verlierer nicht verkommen, den unten kann ja bald schon wieder oben sein. Lange Jahre hat in Essen die SPD regiert, nun kam die CDU dran, aber dieGranden beider Parteien hatten zuvor schon das Terrain fair aufgeteilt. Hier ein gut bezahlter Posten, dort ein schöner Auftrag und der Steuerzahler darf es bezahlen! In Essen wird sich erst dann etwas zum Positiven ändern, wenn die Bürger den verbrauchten Altparteien endlich die längst verdiente Rote Karte zeigen.

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